Frankreich 1684 Die 18-jährige Jeanne Clevaux wird auf dem Weg nach Cassis entführt und in ein einsam gelegenes Herrenhaus verschleppt. Der gut aussehende Balthasar verlangt von ihr Gehorsam. Sie soll akzeptieren, dass sie als Bettgefährtin für ihn und seine beiden Brüder, den charismatischen Lucien und den temperamentvollen Victor, herhalten muss. Ungeahnt heiße Nächte mit dominanten wie magischen Sexspielen treiben ihr die Röte ins Gesicht. Schon bald spürt Jeanne, dass die drei ein düsteres Geheimnis umgibt, das ihre Neugier weiter schürt. Ihre verwirrenden Gefühle für den arroganten Balthasar machen es ihr immer schwerer, ihre sorgsam vorbereiteten Fluchtpläne zu realisieren …

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ISBN: 978-9963-52-603-1

Seiten: 366

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July Cullen

July Cullen ist das Pseudonym der Autorin Kira Licht, die bereits mehrere Romane veröffentlicht hat. Sie lebt, liebt und schreibt in der wunderschönen Revierstadt Bochum. Wenn sie nicht gerade liest, geht sie gern bummeln, ins Kino oder mal ins Theater. Sie hat eine Schwäche für Archäologie, Geschichte und Themen, die sonst niemanden interessieren. Als July Cullen schreibt sie erotische Romane und Novellen.

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Leseprobe

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... oder sofort „hineinschnuppern“

1
Die Entführung

Jeanne fluchte leise, aber ausgiebig. Sie zog sich das mottenzerfressene Cape enger um ihren Körper und die Kapuze noch tie-
   fer in die Stirn, um sich vor dem herabprasselnden Regen zu schützen. Als wäre ihr in den vergangenen Tagen nicht schon genug Unheil widerfahren, hatte sie nun auch noch das Gefühl, dass sie sich verlaufen hatte.
   Dabei hatte ihre Reise so angenehm begonnen. Sie sollte zukünftig bei entfernten Verwandten ihres Stiefvaters im Haushalt helfen. Jeanne war dies wie ein Glücksfall erschienen, denn nichts war ihr lieber, als ihrer kalten Mutter und dem widerwärtigen Stiefvater zu entkommen. Sie hatte eine alte lederne Reisetasche gepackt, die Kutsche nach Marseille im Voraus bezahlt und von ihrer Mutter ein paar Francs für die Weiterfahrt nach Cassis erhalten. Mit gemischten Gefühlen hatte Jeanne das große, schwankende Gefährt betreten.
   Bei Marseille stellte sie fest, dass ihr jemand das Geldsäckchen gestohlen hatte. Ohne Francs konnte Jeanne die Kutsche von Marseille nach Cassis nicht bezahlen und ihr blieb nichts anderes übrig, als zu laufen. Einen Moment lang hatte sie überlegt, umzukehren. Doch dann hatte sie festgestellt, dass sie sich bereits wesentlich näher an Cassis befand als an ihrem Heimatdorf. Außerdem fürchtete sie, dass ihr Stiefvater sie bestrafen würde. Nicht nur, weil sie sich ihr Geld hatte stehlen lassen, sondern auch, weil sie nach Hause zurückgekehrt war. Zurück in ein Zuhause, das nicht mehr ihr Heim war. Er hatte dafür gesorgt, dass sie weit entfernt arbeiten sollte, um ihre Mutter für sich allein zu haben. Jeanne, die den neuen Mann ihrer Mutter von Anfang an nicht hatte leiden können, sorgte seiner Meinung nach nur für Unruhe. Er hatte mit einem entfernten Cousin vereinbart, dass sie als Kammerzofe arbeiten und die Hausherrin bedienen sollte. Obwohl sie keine Ahnung hatte, was sie erwarten würde, war ihr klar, dass sie ein Dach über dem Kopf brauchte. Vielleicht waren die Verwandten ihres Stiefvaters gerechte und ehrbare Leute?
   Wehmütig dachte sie daran, dass sie von ihrer Mutter keinerlei Hilfe bekommen hatte. Es schien, als wollte auch sie Jeanne aus dem Haus haben. Sie hatte ihr sogar schon Vorwürfe gemacht, dass sie immer noch nicht verheiratet war.
   Sie wusste, dass sie eine Spätzünderin war. Die meisten Mädchen heirateten bereits mit sechzehn Jahren oder früher. Jeanne fühlte sich schon fast wie eine alte Jungfer dagegen. Also beschloss sie, zu Fuß weiterzureisen, indem sie den Schildern am Weg folgte. Irgendwann würde sie schon ankommen.
   Nach zwei Tagen quälte Jeanne ein knurrender Magen und ihre Füße waren übersät mit Blasen. Nun verfluchte sie sich für ihre Naivität. Wie hatte sie die Strecke nach Cassis nur so unterschätzen können? Der Hunger machte ihr nicht viel aus, doch ihre Füße schmerzten empfindlich bei jedem Schritt. Sie biss die Zähne zusammen und marschierte weiter. Bei Sonnenuntergang traf sie auf zwei Wanderhuren. Zuerst taten die Frauen freundlich, doch als sie ihnen erzählte, dass sie allein unterwegs war, zeigten die Frauen ihr wahres Gesicht. Sie schlugen mit ihren Wanderstöcken auf sie ein, bis sie aufgeben musste und ihnen die Reisetasche überließ. Die Frauen hatten sie auf den Boden gestoßen und hämisch mit Dreck beworfen, sodass sie nun vermutlich aussah wie eine mit Erde verkrustete Landstreicherin. Jeanne besaß nichts mehr außer den schmutzigen Kleidern, die sie am Leib trug, und den Blasen an ihren geschundenen Füßen.
   Der Regen verstärkte sich, als der Weg sich zu einem grasbewachsenen Trampelpfad verlief. Sie trottete weiter, den Blick fest auf ihre Schuhspitzen geheftet, als könnte sie sich so zum Weitergehen zwingen. Bald sah sie kaum mehr die Hand vor den Augen. Obwohl es mittlerweile später Abend geworden sein musste, hätte es nicht so düster sein dürfen.
   Irritiert legte sie den Kopf in den Nacken, um zum Himmel hinaufzusehen. Tief hängende Bäume drohten, das schwache Licht des Mondes vor ihr abzuschirmen. Ihr Herzschlag beschleunigte sich und Angst kroch in ihr hoch. Unbemerkt war sie mitten in einen Wald hineingeraten! Warum hatte sie das nicht bemerkt? Sie hatte den Kopf gesenkt gehalten, um ihr Gesicht vor dem Regen zu schützen und nun das! Sie war den Tränen nahe. Ihre Mutter hatte sie immer davor gewarnt, allein den Wald zu betreten. Zwielichtiges Gesindel wohnte hier. Ausgestoßene, Vogelfreie und jene, die die Gesetze der Gesellschaft nicht befolgen wollten.
   Sie bahnte sich den Weg bis zu einer Lichtung. Hier war es nur wenig heller, aber wenigstens konnte sie ihre unmittelbare Umgebung erkennen. Aufgeschreckte Hasen huschten davon. Langsam ging sie über das feuchte Gras, während das Leder ihrer Stiefel mehr und mehr durchweichte. Als sie meinte, die Mitte erreicht zu haben, hob sie den Kopf und formte ein stummes »Warum?« zum Mond hinauf.
   Ein dunkles Lachen erklang zwischen den Bäumen, begleitet von dem Geräusch herannahender Pferdehufe und zerbrechendem Unterholz. Jeanne wandte sich um, doch in der Schwärze zwischen den Bäumen konnte sie niemanden ausmachen. Panik stieg in ihr auf. Sie kannte die Schauermärchen über die Bewohner der Wälder. Im Schutze der Dunkelheit überfielen sie Reisende, raubten Frauen und töteten alle, die sich ihnen in den Weg stellten. Obwohl Jeanne nichts mehr besaß, das man ihr hätte rauben können, gefror ihr das Blut in den Adern. Man konnte ihr noch weitaus Schlimmeres antun, als nur ihre Habseligkeiten zu rauben! Sie floh von der Lichtung und stürzte über niedrige Büsche und Sträucher tiefer in den Wald hinein. Immer wieder verhakten sich ihre langen Röcke in den dornigen Ästen, zerrten an ihr und zerrissen den Saum ihres Capes. Sie keuchte, weil es mühselig war, voranzukommen, und sie unter dem stramm geschnürten Mieder kaum Luft bekam.
   Erneut erklang ein Lachen. Dieses Mal schien es deutlich näher! Jeanne wollte nicht wissen, wer sie verfolgte, warum er Jagd auf sie machte. Eines war ihr aber klar: Sie musste auf jeden Fall versuchen, vor ihm zu fliehen.
   Etwas Großes brach hinter ihr durch das Gehölz. Jeanne schrie und duckte sich, als ein riesiges schwarzes Pferd erschien und zu einem Satz über ihre zusammengekauerte Gestalt ansetzte. Sie spürte den scharfen Lufthauch, als Hufe nur Zentimeter über ihren Kopf hinwegflogen. Jeanne prallte auf die Knie, riss sich die Hände an Dornen auf, aber sie rappelte sich auf und lief in die entgegengesetzte Richtung.
   Das beängstigende Lachen des Reiters fuhr ihr durch Mark und Bein. Er wendete das Pferd und folgte ihr erneut.
   Ein dünner Ast schlug ihr im Laufen vor das Gesicht. Sie schmeckte Blut. Tränen schossen ihr in die Augen, brannten auf ihren zerkratzten Wangen und tropften von ihrem Kinn. Der Stoff ihres Capes blieb an einem stachligen Busch hängen. Jeanne wurde ausgebremst und wäre fast gefallen. Das Verschlussband des Capes riss, die Seiten schwangen auf und nun war ihr Kleid schutzlos dem Regen ausgeliefert. Sie musste beim Rennen die Kapuze festhalten, damit wenigstens diese an ihrem Platz blieb. Das Geräusch der Hufe holte sie ein. Sie jammerte um Hilfe, während sie versuchte, schneller voranzukommen. Ihr rechter Fuß brach in einen Hasenbau ein und sie knickte um. Der Schmerz in ihrem Knöchel ließ sie erneut aufschreien. Hastig kam sie hoch, doch es war zu spät. Sie fühlte den schnaubenden Atem des Pferdes dicht hinter ihrem Ohr. Der Reiter beugte sich zu ihr herab, griff mit beiden Händen unter ihre Achseln und riss sie von den Füßen. Ihr hoher Schrei erstarb unter dem rasenden Stampfen der Hufe. Sie landete mit unschicklich gespreizten Beinen auf dem breiten Pferderücken. Der Hals des riesigen Untiers drückte sich an ihren Rücken. Sie saß ihrem Entführer gegenüber.
   »Was für ein niedlicher, kleiner Honigkäfer.« Er ließ eine Strähne ihres Haares durch seine Finger gleiten.
   »Monsieur.« Sie tastete seitlich am Sattel nach einer Möglichkeit, sich festzuhalten. »Lasst mich gehen!«
   Er lachte rau und trieb das Pferd weiter an.
   Jeanne krallte sich in ein paar Ziergurte am Sattel, um nicht hinunterzufallen. In diesem Falle würde sie sich höchstwahrscheinlich das Genick brechen. »Monsieur, bitte!« Sie versuchte, sein Gesicht zu erkennen, aber er hatte die Krempe seines Dreispitzes tief über die Stirn gezogen und der fahle Mond spendete kaum genug Licht, um die Hand vor Augen zu sehen. »Monsieur, hört Ihr mich? Ich bitte Euch!«
   Er nahm die Zügel in eine Hand und griff mit der anderen nach den Überresten ihres Umhangs. Als er sie zu sich aufs Pferd gehoben hatte, hatte er das Cape wie eine Decke über sie gelegt. Mit einer schnellen Bewegung schob er den Stoff zur Seite. Kalte Luft schlug ihr entgegen. Obwohl sie seine Augen nicht sah, spürte sie, dass er sie eingehend betrachtete. Seine Hand schnellte vor und legte sich an ihre Kehle. Vor Schreck blieb ihr der Schrei im Hals stecken. Seine Finger wanderten weiter ihr Schlüsselbein hinab, bis zu den Rundungen ihrer Brüste, deren Reize in dem eckigen Ausschnitt ihres Kleides nur von einem berüschten Brusttuch sittlich verborgen wurden. Er ließ die Zügel des Pferdes los, lenkte es nur noch mit den Beinen, und erkundete ihren Körper.
   »Fasst mich nicht an!« Ihre Stimme klang hoch und schrill vor Panik. Mit einer Hand hielt sie sich am Sattel fest, mit der anderen schlug sie nach dem Unbekannten.
   Der Unbekannte ließ sich nicht beirren, stattdessen schien ihm zu gefallen, was er ertastete.
   »Hilfe!« Sie schrie aus Leibeskräften. »Hilfe! Ich werde entführt!« Sie schlug ihm gegen den Unterarm, doch er schwankte nicht mal. »Nehmt Eure Hände weg!« Sie wollte sich aufrichten, um mit dem nächsten Schlag hoffentlich sein Gesicht zu treffen, doch sofort drückte er sie wieder nach unten. Jeanne kratzte die Hand, die sie hielt und strampelte mit den Füßen. Sie schwankte gefährlich, doch es gab kein Entkommen. »Ich schreie, bis Ihr taub seid!«
   Ihre Drohung verhallte unkommentiert. Kaum, dass er sie losließ, drückte sie sich blitzschnell hoch, krallte ihre Hände in seine Jacke und kam ihm so nah wie möglich. Er bekam ihre eine Hand zu fassen, doch mit der anderen holte sie aus und schlug ihm quer übers Gesicht. Sie spürte, wie ihre Nägel seine Haut aufrissen. Er zuckte nicht mal. Mit eisernem Griff bekam er ihre andere Hand zu fassen und drückte ihren Körper wieder zurück auf den Pferderücken.
   »Ich kratze Euch die Augen aus!« Jeanne versuchte nun, nach ihm zu treten. »Lasst mich gehen oder Ihr werdet es bereuen!«
   Als er wieder nicht reagierte, fasste sie einen Entschluss: Lieber würde sie sterben, als von einem Gesetzlosen entführt und vermutlich in das nächste Bordell verkauft zu werden. Sie atmete aus und ließ alle Kraft aus ihrem Körper weichen. Dann ließ sie den Sattel los und lehnte sich ein Stück nach links. Sie schloss die Augen. Der Tod war ein besseres Schicksal als die Sklaverei in einem Freudenhaus.
   Der Unbekannte bemerkte ihren Plan erst, als es fast zu spät war. Er wollte nach ihr greifen, doch Jeanne verlagerte ihr Gewicht und warf sich zur Seite. Sie rutschte nach unten und ihr Hinterkopf kam dem Vorderlauf des Pferdes gefährlich nah. Er packte sie am Stoff ihres Kleides. Jeanne schrie auf, als der Huf des galoppierenden Pferdes sie um Zentimeter verfehlte. Im nächsten Moment hatte er sie wieder hochgezogen. Nun ließ er sie nicht mehr los. Eine Hand ruhte mit festem Griff um ihre Taille, die andere legte er vorn auf ihr Schlüsselbein und drückte sie nach unten. Sein Pferd lenkte er nur noch mit den Beinen. Jeanne wehrte sich nach Leibeskräften, doch nun gab es kein Entkommen mehr.
   Das Pferd brach in gestrecktem Galopp aus dem Wald hinaus. Der Mond beschien unendliche Wiesen hinter ihm, aber leider nicht sein Gesicht. Sie änderte ihre Taktik. Nun bettelte sie ihn an, flehte und versprach ihm Geld, wenn er sie gehen ließ.
   Er reagierte nicht.

Irgendwann fiel das Pferd in einen lockeren Trab. Jeanne blinzelte erschöpft und sah durch das dichte Gewirr ihrer Haare über sich den Sternenhimmel. Vielleicht würde er unachtsam werden, wenn sie tat, als hätte sie nun aufgegeben? Es musste sich einfach eine weitere Möglichkeit zur Flucht auftun, sonst war sie verloren.
   Eine Weile passierte nichts. Sie hörte seinen regelmäßigen Atem und das Pferd, das hin und wieder schnaubte. Schließlich ritten sie eine leichte Anhöhe hinauf. Der Mann zügelte das Pferd und war im nächsten Moment abgestiegen. Er zog an ihrem Mieder und sie fiel ihm entgegen. Im letzten Moment griff er ihr unter die Arme und stellte sie unsanft auf die Füße.
   Jeanne reichte ihm gerade bis zur Schulter. Ihr blieb kaum Zeit, sich etwas umzusehen, da hatte er schon eine Hand um ihren Oberarm gelegt und zog sie mit sich. Mit langen Schritten ging er auf ein düster aufragendes Herrenhaus zu. Jeanne raste eine Gänsehaut den Körper hinab.
   Das Gebäude wirkte unheimlich und wenig einladend. Schwarzgrüner Efeu rankte sich dunkel schimmernde Steine hinauf. Irgendwo kreischte schrill ein Nachtvogel. Der bleiche Mond tauchte das Haus in ein kaltes, unwirkliches Licht und radierte alle Farben aus.
   Als ihr Entführer stehen blieb, prallte sie gegen ihn. Sie hätte die schmale Eisentür, die bündig in die Mauer eingelassen war, fast übersehen. Mit einem Tritt seines Stiefels öffnete er sie und schleppte Jeanne ein paar Stufen hinunter bis zu einer vergitterten Zelle. Sie keuchte angsterfüllt auf. Hier roch die Luft abgestanden und eine feuchte Kälte schien vom Mauerwerk auszugehen. Nur ein kleines Fenster sorgte für Licht. Die Scharniere quietschten gequält, als er das Gitter öffnete.
   »Nein, bitte nicht!« Hier könnte er sie für den Rest ihres Lebens gefangen halten und niemand würde sie finden!
   Er schubste sie hinein.
   Jeanne fiel auf das knisternde Stroh. »Monsieur, bitte!« Ihre Stimme klang panisch. »Bitte, meine Eltern könnten Euch Geld bezahlen. Wir haben nicht viel, aber …«
   Er schmiss die vergitterte Tür hinter sich zu und sie hörte seine schweren Stiefel auf der steinernen Treppe. Noch einmal hallte ein Donnern durch die Mauern, als er die Außentür schloss.
   Die Dunkelheit vertiefte sich, kroch ihr eiskalt über den Rücken. Jeanne brauchte einige Minuten, um sich zu fangen. Sie drückte sich auf die Knie und stand langsam auf. Im Halbdunkeln tastete sie sich bis zu den Streben, ging auf die Zehenspitzen und legte ihre Finger um das kühle Metall. Halbherzig rüttelte sie daran. Sie hatte bereits geahnt, dass sie sich nicht bewegen würden. Jeanne lehnte den Kopf an das Gitter und schluchzte. Ein Kerker. Zwei schwere, verschlossene Türen und ein unbezwingbarer Käfig lagen zwischen ihr und der rettenden Freiheit.
   Langsam begannen sich ihre Augen, an die fahle Dun-kelheit zu gewöhnen. Sie wischte die Tränen fort und sah sich in der Zelle um. Sie entdeckte nichts als Stroh und einen Holzeimer. Langsam sank sie wieder zu Boden. Ihr sehnsuchtsvoller Blick glitt hinauf zu dem winzigen Fenster, das sich knapp unterhalb der Decke in der Mauer befand. Es lag etwa ebenerdig zu dem Hof, auf dem ihr Entführer und sie eben noch gestanden hatten.
   Ein letzter Funken Hoffnung keimte in ihr auf. Dies war ein großes Haus. Es würde Angestellte geben, die das Anwesen pflegten. Wenn sie auf sich aufmerksam machte, vielleicht würde sie dann jemand befreien? Der Wille, sich nicht ihrem Schicksal zu ergeben, ließ sie erneut zu dem Fenster stürzen. »Hilfe! Hört mich jemand?« Sie reckte sich und umgriff die Gitter. »Ich bin hier unten! Hilfe! Ich bin unschuldig gefangen genommen worden! Bitte! Ich brauche Hilfe!«
   Auf dem Hof blieb es still. Sie ließ die Gitter los und seufzte. Vermutlich schliefen sie alle. Sie brauchte etwas, mit dem sie Krach machen konnte. Ihr Blick fiel auf den metallverstärkten Holzeimer. Im nächsten Moment hatte sie sich ihn genommen und schlug mit aller Kraft gegen das Gitter vor dem Fenster. Es machte einen entsetzlichen Krach. »Hilfe! Hilfe, ich bin gefangen! Helft mir doch!« Ihre Stimme wurde langsam heiser. »Hilfe! Ich bin hier unten!« Ihr Geschrei ging in dem Krach fast unter. Doch auf dem Hof blieb es still. Jeanne glitt der Eimer aus der Hand. Sie atmete schwer und ihr Hals brannte. Doch die Erkenntnis, dass ihr hier niemand helfen würde, schmerzte noch heftiger.
   Den Blick fest auf das schmale Fenster geheftet, blieb sie den Rest der Nacht aufrecht sitzen und lauschte mit rasch klopfendem Herzen in die Dunkelheit. Als der Morgen graute, hörte sie ein Rascheln auf dem Hof. Sie sprang auf und zog sich an den Gitterstäben ein Stückchen hoch, um hinaussehen zu können. Doch hier war niemand. Ein Frösteln breitete sich auf ihrer ohnehin ausgekühlten Haut aus. Wo waren nur die Bediensteten? Ein so großes Anwesen konnte doch nicht von einem Mann allein bewirtschaftet werden? Wovon lebte er, wenn er kein Vieh züchtete und die Felder bestellte? Sie nahm sich vor, nicht eher zu schlafen, bis endlich jemand auf dem Hof erschien.
   Die Mittagszeit nahte und Jeanne konnte mittlerweile kaum mehr die Augen offen halten. Sie saß auf dem knisternden Stroh und sagte Kinderreime auf, um gegen die Müdigkeit zu kämpfen. Doch der Schlafmangel der vergangenen Nacht forderte unbarmherzig seinen Tribut. Sie lehnte den Kopf an die klamme Steinwand, und obwohl sie wach bleiben wollte, war sie irgendwann vor Erschöpfung eingeschlafen.

Ein Poltern auf der Treppe weckte Jeanne. Sie verharrte regungslos und lauschte. »Hallo?« Ihre Stimme klang krächzend.
   Jemand schob etwas durch die Gitter der Zelle, stellte es auf dem Boden ab und verschwand. Sie sah die große Silhouette, doch das matte Dämmerlicht reichte nicht aus, um zu erkennen, wer es war. Jeanne gab auf. Was machte es für einen Sinn, zu sprechen, wenn ihr niemand Antwort gab?
   Kaum hörte sie die massive Außentür zuschlagen, krabbelte sie zu der Stelle. In der Dunkelheit war es schwer, zu erkennen, was vor ihr lag. Sie fand zwei Scheiben frisches dunkles Brot, Schinken und ein Stückchen Käse auf einem schmalen Holzbrettchen. Daneben stand ein voller Becher mit frischem Wasser. Sie schlang alles gierig hinunter. Selten hatte sie so etwas Köstliches bekommen. Nachdenklich strich sie mit dem Finger über die leere Holzplatte. Offensichtlich wollte er sie nicht verhungern lassen. Das hieß, er hatte noch Pläne mit ihr. Jeanne zwang sich, die aufkeimende Panik nicht Oberhand gewinnen zu lassen. Wenn er noch Pläne hatte, würde er sie irgendwann aus dieser Zelle lassen müssen und dann würde sie die nächstbeste Chance zur Flucht ergreifen!
   Es wurde Nachmittag, dann früher Abend und nichts geschah. Sie hörte ein Pferd wiehern, ansonsten blieb es still. Kaum, dass es dunkelte, und die Zelle wieder in einer alles lähmenden Schwärze versank, schlief sie ein.

2
Überraschung!

Ohne Vorwarnung riss er sie aus dem Schlaf, packte sie am Arm und schleifte sie aus der Zelle. Schlaftrunken stolperte Jeanne hinter ihm her. Nur aus dem Augenwinkel nahm sie wahr, dass sie einen langen Gang entlanggingen. Als sie endlich einen Raum betraten, stockte Jeanne der Atem. Töpfe, Pfannen und Geschirr? Er schleppte sie in eine Küche?
   »Wasch dich!« Ihr Entführer stieß sie von sich und schnaufte angewidert. »In der Truhe dort drüben sind saubere Kleider.«
   Er gab ihr einen kleinen Schubs und sie taumelte vorwärts, weil ihr die Haare wirr ins Gesicht hingen. In einem Kamin prasselte ein Feuer und sofort hüllte sie eine angenehme Wärme ein. Jeanne drehte sich um, strich sich hastig die Haare aus dem Gesicht und wollte einen Blick auf den Mann erhaschen. Doch er war schon aus der Tür verschwunden. Sie hörte, wie sich ein Schlüssel im Schloss drehte und den Klang seiner Stiefel auf der Treppe.
   Ihre Augen brauchten eine Weile, bis sie sich vollständig an die Helligkeit gewöhnt hatten. Sie blickte sich neugierig um. Die Küche musste, ebenso wie der Kerker, im Keller des Hauses liegen. Hier befanden sich die Fenster ebenfalls knapp unter der Decke in die Mauer geschlagen. Zwar hatte der Raum deutlich mehr von diesen Lichtschlitzen und war dadurch um einiges heller, aber sie fand die Lage trotzdem ungewöhnlich für eine Küche.
   Ihr Blick fiel auf eine schmale Tür. Eine Chance, zu fliehen? Rasch kam sie auf die Füße, sah hinein und stellte fest, dass es sich um eine gut gefüllte Vorratskammer handelte. Zwei große Schinken und ein ganzes Bataillon verschiedener, in Sträußen gebundener, getrockneter Kräuter hingen von der Decke. Mehrere Flaschen Wein und diverse Laibe Käse lagerten in einem schmalen Regal. Jeanne entdeckte Gläser mit eingelegten Oliven, Tomaten und Knoblauch und darunter diverses frisches Gemüse in geflochtenen Weidenkörben. Ein anderes Regal war vollgepackt mit frischem Obst. Unmöglich benötigte ein Mann allein so viele Lebensmittel. Wer also wohnte noch hier?
   Jeanne nahm sich ein paar Trauben und kaute auf den süßen, kleinen Früchten, während sie sich weiter in der Küche umsah. An einer Wand standen Schränke, hinter deren Türen sie jede Menge Geschirr fand. Das beeindruckendste Möbelstück des Raumes war jedoch der bestimmt drei Meter lange Küchentisch, dessen Platte so massiv schien, dass er selbst das Gewicht mehrerer Personen mühelos würde tragen können. Der Tisch war rechteckig und an seinen Kopfseiten noch eineinhalb Meter breit.
   Jeanne fuhr über das glatte Holz, schritt um das Monstrum herum. Ihr Blick blieb an poliertem Stahl hängen. An sehr scharf geschliffenem, poliertem Stahl. Fast hätte sie laut aufgelacht. Er sperrte sie in einen Raum voller Messer! War er größenwahnsinnig oder einfach nur dumm?
   Jeanne ging auf den Messerblock zu, als schritt sie einem Altar entgegen. Fast rechnete sie damit, sich das alles nur eingebildet zu haben. Doch der Messerblock blieb real und das scharfe Filetiermesser, das davor lag, auch. Hastig griff sie danach. Die Klinge blitzte auf im zitternden Flammentanz des Feuers. Jeanne drehte sie in der Hand und presste prüfend einen Finger dagegen. Augenblicklich quoll ein Blutstropfen hervor. Das Messer war so scharf, dass es vermutlich sogar durch Knochen dringen würde. Gierig griff sie nach zwei weiteren Messern. Auch sie waren sorgsam poliert und gepflegt.
   Ein grimmiges Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Sie würde ihm sein verdammtes Herz aus der Brust schneiden! Als sie an die große, kräftige Gestalt ihres Entführers dachte, zog sie nachdenklich die Stirn kraus. Nun war sie zwar bewaffnet, aber in einem direkten Kampf würde sie ihm unterliegen. Würde sie abwarten, bis er wiederkam und sich auf ihn stürzen, würde er sie vermutlich überwältigen können. Wenn sie ihm überhaupt so nah kam, dass sie ihn mit einem der Messer erwischen konnte. Also brauchte sie eine List.
   Jeanne sah in das prasselnde Feuer. Sie musste die Messer verstecken und sie erst zücken, wenn er sich in Sicherheit wiegte. Plötzlich hatte sie eine Idee: Sie würde die Messer in ihren Kleidern verbergen! Beschwingt sah sie an sich hinunter. Ihr zerknittertes Kleid starrte vor Dreck und war so zerrissen, dass es in Fetzen um ihre Beine hing. Das Cape hatte sie irgendwo in der Zelle verloren. Ihre Hände und Stiefel waren erdverkrustet. Sie musste aussehen wie eine verwahrloste, schmutzige Landstreicherin.
   Jeanne ging auf ein paar Kupferpfannen zu, die sorgsam an Haken an der Wand aufgehängt waren. In der Reflexion des glänzenden Metalls betrachtete sie ihr Spiegelbild. Ihr Gesicht war kaum noch zu erkennen, so sehr hatten getrockneter Matsch und Schmutz sie entstellt. Ihr Haar war mit Gestrüpp verwoben und hing ihr in wirren Strähnen um den Kopf. Dort, wo der Ast ihre Oberlippe aufgerissen hatte, klebten getrocknetes Blut und eine hässliche Kruste. Quer über ihre Nase verlief ein roter Kratzer. Sie erkannte sich kaum wieder.
   Vorsichtig nahm sie eine der schweren Pfannen von der Wand und stellte sie auf den Tisch. Sollten die Messer versagen, so erfüllte eine Bratpfanne auch ihren Dienst. Sie hielt den Griff umklammert und in der anderen Hand die Messer. Die Pfanne würde sie hinter ihrem Rücken und die Messer in den Falten des Kleides verbergen. Dann sah sie zur Tür. Als sie sich vorstellte, wie er zur Tür hereinkam und sie so sah, fiel ihr der Fehler ihres Plans auf.
   Er würde sofort erkennen, dass etwas nicht stimmte, denn sie hatte seinen Anweisungen, sich umzuziehen und zu waschen, nicht Folge geleistet. Diesen Vorteil würde sie ihm nicht zugestehen.
   Bewaffnet mit Bratpfanne und Messern fand sie die Truhe, von der ihr Entführer gesprochen hatte. Sie legte die Waffen zur Seite und öffnete den schweren Deckel. Ihr wehte ein schwacher, orientalisch anmutender Geruch entgegen. Verwundert roch sie an dem Holz. Der Duft schien von ihm auszugehen und nicht von den Frauenkleidern, die dort lagerten. Sie schnupperte noch einmal daran, weil sie ihn mochte, obwohl sie nie zuvor von duftendem Holz gehört hatte.
   Die Kleider zeichneten sich alle durch unterschiedliche Farben, Schnitte und Größen aus. So als ob sie nicht einer Frau, sondern Dutzenden gehörten. Ein leichter Schauder lief über ihren Rücken. Sie betrachtete die Kleider eingehend. Alle von ihnen schienen neu und ungetragen. Warum bewahrte ein Mann eine Truhe mit Frauenkleidern unterschiedlichster Größen in seinem Haus auf? Oder gehörte die Truhe vielleicht irgendwelchen Dienstboten?
   Als ihr Blick auf den Kamin fiel und sie die dort bereitgelegte Seife und Laken entdeckte, vergaß sie die Truhe und ihren Inhalt für einen Moment. Sie erwärmte sich Wasser in einem Kessel über dem Feuer, zog das verschmutzte Kleid und die Stiefel aus und wusch sich mit der leicht nach Rosen duftenden Seife. Die Bratpfanne und die Messer hatte sie griffbereit neben sich abgelegt. Immer wieder hielt sie inne und lauschte, um sein Kommen im Plätschern des Wassers nicht zu überhören. Zum Schluss tauchte sie ihr Haar in den Eimer mit dem seifigen Wasser, wusch den Dreck hinaus und kämmte die nassen Strähnen mit den Fingern glatt. Sie trocknete sich mit den Laken ab, die schwach nach Lavendel dufteten. Eines der hellen Tücher wickelte sie sich um ihre Haare. Als sie sich endlich wieder wie ein Mensch fühlte, nahm sie ihre Waffen und tapste zurück zur Truhe. Die allermeisten Kleider waren ihr hoffnungslos zu lang, da sie mit fünfzehn Jahren aufgehört hatte, zu wachsen. Jeanne hatte längst aufgegeben, noch auf einen Wachstumsschub zu warten.
   Endlich fand sie ein taubenblaues Gewand, das kurz genug war, sodass sie nicht permanent über den zu langen Saum der Röcke stolpern würde. Leider lag es um den Busen sehr eng. Sie hatte Mühe, die prallen Formen hinter dem geschnürten Mieder zu bändigen, doch mit etwas Raffinesse schaffte sie es. Zurück am Kamin besah sie sich ihre Stiefel. Sie sahen vom Regen und den steinigen Straßen so heruntergekommen und kaputt aus, dass sie nicht zu dem hübschen Kleid passten. Bei dem Gedanken, das durch die Feuchtigkeit hart gewordene Leder über ihre blasenübersäten Füße zu streifen, wurde ihr ganz anders. Also blieb sie barfuß.
   Sie setzte sich nah ans Feuer, zog das Laken vom Kopf und frottierte ihr Haar, bis es durch die Hitze getrocknet war. Ihr stinkendes, dreckverkrustetes Kleid warf sie in die Flammen. Gedankenverloren sah sie zu, wie es gierig über den groben Baumwollstoff herfiel und ihn zischend zerfraß. Dann fiel ihr Blick auf ihre Messer. Sie sollte sie dringend in ihrem neuen Kleid verstecken, bevor ihr Entführer wieder auftauchte. Leider stellte sich dies als schwierig heraus. Das Gewand besaß keine Taschen. Ein Messer im Ausschnitt zu verbergen, wäre viel zu gefährlich, da die Klinge sie verletzen konnte. In ihrer Not schnitt Jeanne ein Stück von dem hellen Laken ab, wickelte die Klinge darin ein und schob sie seitlich in den Ausschnitt. Für die anderen Messer fand sie keinen Platz. Frustriert legte sie sie griffbereit vor den Messerblock. Und die Pfanne? Sie nahm sie hoch und sah sich um.
   Das Poltern von Stiefeln erklang. Er war wieder da! Ihr Herz begann, viel zu schnell zu klopfen. Sie krallte die Hände um den Pfannengriff und streckte sie kampfbereit vor sich. Sie würde nicht aufgeben. Zuerst müsste er an der Bratpfanne und ihrem Messer vorbei. Jeanne schluckte und rechnete mit dem Schlimmsten. Die Tür flog auf und krachte gegen die Steinwand.
   »Keinen Schritt weiter!« Sie hielt den Blick fest auf seine Stiefel gerichtet, da sie Angst hatte, ihm in sein hässliches Gesicht zu sehen. Sie war sich sehr sicher, dass er hässlich war. Alt, dick und hässlich. Mit Warzen auf der Nase, schütterem Haar und gelben Pferdezähnen.
   Die Stiefel bewegten sich, kamen auf sie zu.
   »Stehen bleiben!«
   Ihr Entführer hielt an. Jeanne fühlte, wie er sie betrachtete. Ob die Pfanne ihn tatsächlich eingeschüchtert hatte? Neugierig ließ sie ihren Blick höher wandern. Sie erblickte ein Paar lange, kräftige Beine und Hüften, die von dem Bund einer Reithose umschlossen wurden. Ein locker sitzendes Hemd hüllte seine breiten Schultern ein und verdeckte vermutlich einen ebenso wohlproportionierten Oberkörper. Die Haut seines Halses war leicht gebräunt. Obwohl sie Angst hatte, vor dem, was sie sehen würde, wanderte ihr Blick weiter hinauf. Sie sah in sein Gesicht und alle Geräusche verstummten um sie herum. Zurück blieb nur noch ein sanftes Rauschen in ihren Ohren. Der Mann war nicht alt oder hässlich. Ihr Verstand spielte ihr einen Streich, da war sie sich sicher. Gleich würde dieses attraktive Trugbild zu einem Nebel verschwimmen und ihren wahren Peiniger zeigen. Dieser gut aussehende Mann vor ihr konnte nur ein Wunschprodukt ihrer Angst sein. Ein Fantasiebild, um ihrem grausamen Schicksal noch ein paar Momente zu entkommen.
   Ihr Gegenüber räusperte sich und sein Gesichtsausdruck zeigte blanke Verwunderung. Er ließ den Blick durch den Raum schweifen, als wollte er sichergehen, dass er sie und nicht irgendeine andere hier eingesperrt hatte. Ungläubig blickte er zurück in ihr Gesicht.
   Jeanne zuckte zusammen. Er war kein Traum. Seine Züge waren scharf geschnitten und faltenfrei, der Mund sinnlich geschwungen und mit einem arroganten, harten Zug. Der Blick seiner tiefgrünen Augen fixierte sie immer noch. Das glatte pechschwarze Haar glänzte schwach im Schein des Feuers.
   Wieder setzte er sich in Bewegung. Sein Gang war langsam und lauernd, fast wie ein Jäger auf der Pirsch. Die Augen hatte er zu schmalen Schlitzen gezogen. Jeanne hatte das Gefühl, dass er ebenfalls glaubte, einem Trugbild gegenüberzustehen.
   »Nicht … weiter …« Ihre Stimme zitterte. Sie streckte die Arme durch und umgriff den Stiel der Bratpfanne fester. Ihr Entführer sah noch kräftiger aus, als sie ihn in schemenhafter Erinnerung hatte. Er überragte sie um eine Kopfeslänge. Ihr Blick fiel auf seine rechte Hand, mit der er sie immer packte und hinter sich her zog, als wäre sie eine störrische Ziege. Es war eine große Hand mit kräftigen Fingern.
   »Stehen bleiben!« Schrill hallte ihre Stimme durch den Raum. Wieder ignorierte er sie. Jeanne schluckte verkrampft. Sein Gesicht war so unglaublich attraktiv! Ihm mit der Bratpfanne die Wangenknochen zu zertrümmern, wäre wahrhaftig eine Schande.
   Kurz vor ihrer kupfernen Waffe blieb er stehen.
   »Nur einen Schritt weiter und Ihr bereut es!« Jeanne musste den Kopf in den Nacken legen, um ihn anzusehen. Er war wirklich ziemlich groß gewachsen. Ihre langen Haare glitten nach hinten und aus ihrem Gesicht. Als ihre Blicke sich trafen, hörte sie, wie er zischend ausatmete. Er presste die Lippen zusammen, als hätte er etwas sagen wollen, sich aber anders entschieden.
   Sie spürte seinen Blick so intensiv auf ihrem Gesicht, dass es sich schon fast so anfühlte, als ob er sie dort berührte.
   Er hob die Hand.
   Jeanne wich mehrere Schritte zurück und riss die Pfanne ein Stück höher. »Fasst mich an und ich bringe Euch um!«
   Ihren Entführer schien diese Drohung wenig zu beeindrucken. Er runzelte lediglich die Stirn, als stünde er einem aufmüpfigen Kind gegenüber.
   »Was wollt Ihr von mir? Warum entführt Ihr mich? Wollt Ihr Geld? Ist es das? Meine Mutter würde mich freikaufen, ganz gewiss. Mein Stiefvater …« Ihre Stimme brach. Ob ihr Stiefvater sie freikaufen würde? Egal. Sie schwang die Pfanne wie ein Schwert. »Lasst mich frei oder Ihr bereut es!«
   Er schob die Pfanne einfach zur Seite und kam weiter auf sie zu.
   »Nein!« Jetzt wusste sie sich keinen Rat mehr. Er würde sie wie ein lästiges Insekt zerquetschen. Wie einem Frosch den Hals umdrehen. Ihr einfach den Kopf abreißen! Sie wich panisch mehrere Schritte zurück und schleuderte ihm die Pfanne entgegen. Diese flog ein kurzes Stück durch die Luft, trudelte und fiel wie ein Stein zu Boden. Sie war nicht mal in seine Nähe gekommen. Jeanne schluchzte vor Frust laut auf.
   Ihr Entführer ging zu der Pfanne, verpasste ihr mit dem Fuß einen Stups und sie rutschte über den Boden zurück zu Jeanne. »Sie wirft mit Geschirr, wie originell.« Seine Stimme klang amüsiert.
   Ungläubig sah sie zu ihm, dann auf die Pfanne und zurück zu ihm.
   Er lachte. Es war ein tiefes, raues Lachen, das Jeanne irgendwie nervös machte. Es fühlte sich an, als lockte es sie, forderte sie heraus, etwas Dummes zu tun.
   »Was soll das? Spielt Ihr mit mir? Macht es Euch Spaß?«
   »Da der erste Wurf so erbärmlich war, dass es sich sicherlich um ein Versehen gehandelt hat, verdienst du eine zweite Chance.«
   »Ihr wollt, dass ich die Pfanne ein zweites Mal nach Euch werfe?«
   Er zuckte gelassen mit den Schultern. »Du kannst es ja versuchen.«
   Jeanne ging in die Hocke und schlang die Finger um den Griff. In der nächsten Sekunde war er bei ihr. Ihr blieb kaum Zeit, erschrocken Luft zu holen, da hatte er sie hochgerissen und seine Rechte um ihren Hals gelegt. Polternd fiel ihr die Pfanne aus der Hand.
   »Versuch noch ein Mal, mich anzugreifen …« Seine Stimme war nur noch ein Flüstern an ihrem Ohr. »… und ich verspreche dir, ich lasse gerade so viel von dir übrig, dass es in diese Pfanne passt.«
   Jeanne wollte ihn treten, beißen, kratzen. Doch seine Nähe paralysierte sie. Er roch schwach nach einem holzigen Parfüm und die Hitze seiner Haut strahlte bis zu ihr herüber. Seine Linke hatte er um ihre Taille geschlungen und sie eng vor seine Hüften gepresst. Sie fühlte ihn mit jeder Faser ihres Körpers. Sie atmete ihn ein, spürte ihn und fühlte sich leicht benommen.
   Da sie sich nicht zu wehren schien, lockerte er den Griff um ihren Hals. Er schob seine Hand ein Stück nach hinten, schlang die Finger zart um ihren Nacken und ließ sie dort ruhen.
   Jeanne zwinkerte, um seine beunruhigende Wirkung abzuschütteln. Immerhin hatte er ihr gedroht, sie umzubringen. Und er hielt sie hier grundlos gefangen. Fieberhaft überlegte sie, wie sie das Messer aus ihrem Ausschnitt ziehen konnte, ohne dass er es bemerkte.
   »Wo hast du es versteckt, kleiner Käfer?«
   Jeanne wurde heiß und kalt zugleich. Wie konnte er davon wissen? »Was meint Ihr?« Sie klang erbärmlich.
   »Stell dich nicht dumm.« Er nahm die Hand aus ihrem Nacken, schob zwei Finger unter ihr Kinn und zwang sie erneut, ihm in die Augen zu sehen. Der Zug um seinen Mund war hart und grausam, doch sein Blick verriet ihn. Seine Pupillen weiteten sich, als er sie ansah. Sie wusste, wie Begehren aussah. Er war nicht der Erste, der ihr so einen Blick zuwarf. Obwohl sie sich jetzt dafür schämte, dass sie dem anderen nachgegeben hatte, so hatte sie doch eine Menge über jene Art von Begehren gelernt. Und dieser Mann hier vor ihr … Sie schluckte. Er war widersprüchlich und direkt zugleich.
   »Wo ist es?«
   Jeanne schüttelte den Kopf.
   »Wo?«
   Sie presste beide Hände vor seinen Brustkorb und stieß sich mit aller Kraft von ihm weg. »Lasst mich endlich gehen!« Hastig zückte sie das Messer, schüttelte es, sodass das Stück Stoff sich löste, und streckte es ihm drohend entgegen.
   Er lachte schon wieder. »Lass den Zahnstocher fallen, bevor du dir noch wehtust.«
   »Niemals!«
   Er machte zwei schnelle Schritte auf sie zu. Die Spitze des Messers drückte sich gegen seinen Brustkorb. Jeanne holte erschrocken Luft.
   »Dann trau dich.« Seine grünen Augen durchbohrten sie schmerzhaft. »Jage mir das Messer in die Brust und du bist frei. Dann kannst du dich weiter allein in finsteren Wäldern herumtreiben und darauf warten, dass der nächste Mädchenfänger dich in ein Bordell im fernen Paris verkauft.« Er lächelte kalt. »Oder du fällst einer Bande Gesetzesloser in die Hände und darfst jeden Abend zwanzig ungewaschenen Kerlen zu Diensten sein.« Er beugte sich vor und die Spitze des Messers drückte sich gegen den Stoff seines Oberhemds.
   War er vollkommen verrückt? Jeanne fühlte, wie die Klinge sich durch den Stoff zu fressen begann.
   »Überleg es dir gut.« Seine Stimme verebbte zu einem Flüstern. »Wenn du das Messer fallen lässt, gehörst du mir.« Er lachte leise. »Es heißt: Was man in den Wäldern findet, darf man behalten. Und das bedeutet …« Sein Gesicht kam so nah, dass Jeanne die winzigen goldenen Sprenkel in seinen Iriden sehen konnte. »… dass du mir gehörst.«
   »Ich …« Ihre Hand begann zu zittern. Ein leises Sirren hallte durch die Stille, als die Klinge den Stoff zerschnitt. Gleich würde das Messer in seinen Brustkorb dringen.
   »Gib auf, Honigkäfer.«
   Jeanne spürte den kurzen Widerstand, dann ritzte die Klinge seine Haut, denn sofort bildete sich ein kleiner Blutfleck um die Einstichstelle.
   Ihr heiserer Aufschrei ging im Klirren des Messers unter. Sie hatte es fallen gelassen. Ihre Chance auf Freiheit war verwirkt. Sie hatte ihn nicht töten können.
   »Weise Entscheidung.«
   Jeanne erschrak, als er seine Finger um eine Strähne ihres Haars wand. Die Geste war prüfend, doch sie war vorsichtig, ja fast zärtlich. Die Strähne glitt durch seine Hand. Jeanne traute sich nicht, sich zu rühren. Als er die Haarspitzen erreicht hatte, griff er sich eine zweite Strähne und wiederholte die Geste. Jeanne sah ein paar Zentimeter an ihm vorbei, weil sie sonst vermutlich nicht mehr hätte aufhören können, ihn anzustarren. Das Herz klopfte ihr bis zum Hals. Wieso hatte jemand wie er es nötig, einer jungen Frau im Wald aufzulauern und sie zu entführen? Wieso hatte er keine Ehefrau? Mit diesem attraktiven Gesicht, der wohlgestalteten Figur und seinem offensichtlichen Wohlstand müsste es doch genug Damen geben, die sich um ein Leben mit ihm reißen würden?
   Er schob seinen Zeigefinger unter ihr Kinn und hinderte sie so daran, den Kopf wieder zu senken. Sie sah ihn an. Hitze und ein seltsames Prickeln, das sie nicht zu deuten wusste, breiteten sich in ihrem Körper aus.
   Er ließ seine Fingerspitzen tiefer wandern, glitt ihren Hals hinab und strich über die runden Hügel ihrer Brüste, die aus dem Ausschnitt des Kleides quollen. Jeanne erstarrte, als er sie an einer derart intimen Stelle berührte. Nun war sie ihm hilflos ausgeliefert. Wo war der Messerblock, wenn man ihn dringend brauchte?
   Ihr Gegenüber ließ die Hand sinken. »Du kannst dich nützlich machen«, sagte er, ohne sie anzusehen. Seine Stimme war dunkel und samtig. »Erhitze Wasser in dem Kessel über dem Feuer, befüll den Eimer damit und mach den Tisch sauber.«
   Jeanne sah auf den Blutfleck auf seinem Hemd. Der Kreis war größer geworden, aber nicht so sehr, dass sie ihn wirklich verletzt haben konnte. Doch es hätte nicht mehr viel gefehlt. Warum nur hatte er überhaupt keine Angst gezeigt?
   Ohne ein weiteres Wort verließ er die Küche. Unter gesenkten Lidern sah Jeanne seiner großen Gestalt hinterher. Dann drehte sich von außen ein Schlüssel im Schloss. Ihr Herz raste und ihre Wangen fühlten sich immer noch heiß an. Er hatte es nicht für nötig befunden, den Messerblock und ähnlich scharfes Werkzeug vor ihr zu verstecken. Stattdessen schien er darauf zu bauen, dass seine Drohung sie so sehr eingeschüchtert hatte, dass sie keinen weiteren Angriff wagen würde. Jeanne wollte sich vorstellen, wie er mit einem Messer im Herzen aussah, wie sie aus diesem unheimlichen Haus in die Freiheit flüchtete, doch in Gedanken sah sie immer nur sein attraktives Gesicht. Immer wieder dachte sie daran, wie er sie angesehen hatte. Meinte, die Hitze in seinem Blick zu spüren, und seine Hand, die ihre Haut gestreichelt hatte. Sie fasste sich an den Hals, dort, wo er sie gerade noch berührt hatte. Und erschrak, als sie feststellte, dass sie für einen Moment vollkommen vergessen hatte, in welcher Situation sie sich hier befand. Doch so schnell würde sie nicht aufgeben. Sie würde jeden Moment zur Flucht nutzen. Irgendwann würde es einen Augenblick geben, in dem er unachtsam war. Genau darauf würde sie warten.
   Als Jeanne ihn die Treppe hinaufstapfen hörte, riss sie sich von diesem sehnsüchtigen Gedanken los, ging rasch hinüber zu dem Feuer und setzte den Kessel mit Wasser auf. Fürs Erste würde sie seinen Anweisungen folgen, denn wenn er etwas gut konnte, dann war es drohen. Und zwar ziemlich glaubhaft. Sie wollte es auf keinen Versuch ankommen lassen. Tot würde sie nicht fliehen können. Also fügte sie sich und schwor sich, auf die nächste Gelegenheit zu warten.
   Sie fand den hölzernen Eimer, von dem er gesprochen hatte. Auf einer Leine neben dem Kamin entdeckte sie ein paar trockene, saubere Lappen. Das Wasser begann bereits, zu sprudeln und vorsichtig nahm sie den Kessel mit einem Haken vom Feuer. Ein dickes, wollenes Tuch lag bereit, um den Henkel damit zu fassen. Das Wasser sprudelte in den Eimer und Jeanne setzte einen zweiten Kessel auf.
   Noch während sie den Tisch abräumte, kochte das Wasser. Jeanne füllte den Eimer und goss noch zwei Kellen kaltes Wasser dazu. Als sie herannahende Schritte auf der Treppe hörte, begab sie sich rasch wieder vor den Tisch. Nur wenige Sekunden später war er wieder da. Jeanne wollte ihn nicht ansehen, doch sie konnte nicht verhindern, dass ihr Blick wieder zu ihm hinüberwanderte. Sein Wunde schien nicht mehr zu bluten. Er hatte sich an einen hölzernen Schrank gelehnt und die Beine locker überkreuzt.
   Sie beugte sich über den Tisch, um den Korb mit den Äpfeln hochzunehmen. Ihre Brüste quollen aus dem Ausschnitt des Kleides hervor. Nach einem ausgiebigen Blick auf ihr Dekolleté sah er ihr wieder in die Augen. Erneut begann ihr ganzer Körper zu prickeln. War er hergekommen, um sie beim Putzen zu beobachten?
   Irgendwann wurde es ihr zu dumm. »Jemand, der so ein großes Haus bewohnt, sollte etwas Geld für eine Magd erübrigen.«
   Er kräuselte die Oberlippe. »Du sprichst nur, wenn du gefragt wirst. Gewöhn dich daran.«
   Sie ließ den Lappen auf den Tisch fallen. »Was habt Ihr mit mir vor? Soll ich Eure Leibeigene werden und den Rest meines Lebens Euer Haus in Ordnung halten?«
   »Hörst du schlecht?« Er stieß sich von dem Schrank ab und durchquerte mit raschen Schritten die Küche.
   Jeanne flüchtete um den Tisch. »Ich schreie das ganze Haus zusammen!«
   Er lachte laut auf. »Nur zu. Wir sind völlig allein.«
   Schon hatte er bedrohlich aufgeholt und streckte seine Hände nach ihr aus. Jeanne jagte um den Tisch herum, bekam den nassen Putzlappen zu fassen und schlug damit nach ihm. Es klatschte laut, als der Stoff sein Gesicht nur knapp verfehlte und sich stattdessen tropfend um seinen Hals wand. Er fluchte, riss den Lappen herunter und stürzte sich auf sie. Mit festem Griff packte er sie um die Taille und drückte sie gegen den Tisch.
   Sie sah seine Wut und rechnete schon mit dem Schlimmsten. Doch es geschah etwas Unerwartetes. Plötz-lich war da diese Spannung zwischen ihnen. Es fühlte sich an wie ein Prickeln, das immer stärker und fordernder wurde. Sie standen schwer atmend voreinander und rührten sich nicht. An seinem Hals rann Wasser hinab und verlor sich im Hemdkragen. Seine Hüften waren hart vor ihre gepresst. Seine Hände immer noch fest um ihre Taille gelegt. Ihr Blick wanderte zu diesem unverschämt sinnlich geschwungenen Mund. Sie wollte …
   Im nächsten Moment hatte er sie umgedreht. Ihr Becken stieß vor die Tischkante und sie fühlte seinen warmen Atem über ihrer entblößten Schulter.
   »Halte mich noch ein Mal so zum Narren …« Seine Stimme klang belegt. »… und ich lasse dich in der Zelle verrotten.«
   Er drohte ihr – mal wieder –, doch Jeanne glaubte ihm kein Wort. Sie legte den Kopf ein wenig in den Nacken, sodass sie sich noch näher waren. Hinter ihr holte er scharf Luft. Jeannes Brustwarzen wurden hart und richteten sich auf. Seine Nähe war beunruhigend und verwirrend zugleich. Er stützte die Hände rechts und links neben ihr auf der Tischplatte ab und sein großer Körper drückte sich an sie. Sie bog den Rücken durch und ihr Hintern drückte sich gegen seine Mitte. Die erotische Spannung zwischen ihnen schien fast greifbar.
   Jeanne drehte den Kopf und ihre Wange berührte sein Kinn. Ihr Körper schien ihr nicht mehr zu gehorchen. Wie von selbst hob sie leicht den Kopf und bot ihm ihre Lippen an. Sie spürte sein Zögern. Eine ewige Sekunde lang verharrten sie in angespannter Stille. Endlich wich er gerade so weit zurück, dass er sie zu sich umdrehen konnte. Jeanne schloss die Augen, als er eine Hand sanft um ihren Nacken legte. Seine Zunge berührte ihre Unterlippe. Er leckte den vollen, sinnlichen Schwung entlang und wanderte weiter. Jeanne seufzte leise und öffnete leicht den Mund. Er glitt über ihre Oberlippe. Diese Berührung war fast zaghaft. Er tastete sich vorsichtig vor, suchte nach ihrer Zunge und umkreiste sie langsam. Plötzlich wirkte er weitaus weniger selbstbewusst als eben noch. Fast so, als hätte er ebenso wie sie, nicht wirklich viel Erfahrung mit dieser Art von Zärtlichkeit. Jeanne wollte nicht, dass er aufhörte, kaum dass er damit begonnen hatte. Ebenso zaghaft wie er bewegte sie ihre Zunge und wand sie in einem langsamen Takt um seine. Sie hörte ihn genießend ausatmen und hätte niemals gedacht, dass er so zart mit ihr sein würde. Sie wurde mutiger, schob ihre Zunge vor und erkundete seinen Mund. Ihre Lippen verschmolzen untrennbar miteinander, als er seine Arme um sie schlang. Ihre Zunge glitt noch tiefer in seinen Mund und wieder schob er sein Becken vor. Sie kam ihm entgegen. Erneut loderte dieses Feuer in ihrem Unterleib.
   »Wer hat dich gelehrt, so zu küssen, Honigkäfer?«, fragte er nah an ihrem Mund. Er knabberte an ihrer Unterlippe, während er sprach.
   »Niemand.« Sie war wie berauscht von dem unglaublichen Gefühl. »Niemand hat es mir beigebracht.«
   Seine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln und ein Geräusch, das zu tief war, um es noch wie ein Lachen klingen zu lassen, hallte bis in ihren Mund. »Dann mach einfach genau so weiter, Honigkäfer.« Er legte seine Lippen sacht an ihre, sodass sie sich kaum berührten, und hielt inne. Sie schob ihre Zunge vor, lockte seine, bis sie sich trafen, und senkte schließlich ihren Mund auf seinen. Wieder begann dieses Brennen und Pochen. Ihm schien es ähnlich zu gehen, denn mit langsamen, genussvollen Bewegungen stieß er in sie. Jeanne seufzte in seinen Mund, während ihre Zunge mit seiner spielte.
   »Warte …« Er löste seine Lippen von ihren und zog sich abrupt von ihr zurück. Sein Blick schien ratlos. Er sah sie, als könnte er nicht glauben, was er da eben getan hatte.
   Jeanne sah die Erektion, die sich übermäßig deutlich unter seiner Reithose abmalte.
   »Komm mit. Du kannst dich nützlich machen.« Er nahm ihre Hand und zog sie mit sich.
   »Aber …« Jeanne konnte nicht glauben, was eben passiert war. Würde er sie nicht mitnehmen, hätte sie fast glauben können, dass er vor ihr weglief. Und wo brachte er sie nun hin? »Wo gehen wir hin?«
   Sie bekam keine Antwort.

3
Monsieur und seine Bücher

Sie betraten eine großzügige Eingangshalle. Rechts erblickte Jeanne eine doppeltürige Holz-tür, die mit Eisenbeschlägen verstärkt war. Etwa
   in der Mitte des Raumes befand sich der Fuß einer Treppe, die in das obere Stockwerk führte. Eine Galerie überdachte das Erdgeschoss zu einem kleinen Teil und schien nach rechts und links in Flure zu den seitlichen Flügeln des Hauses zu führen. Dieses Haus musste noch viel größer sein, als sie erwartet hatte.
   Genau unter der Galerie sah sie die Türen zu drei Räumen. Sie gingen links an der Treppe vorbei und unter dem Dach der Galerie spähte sie in den ersten der drei Räume. Es handelte sich um ein Wohnzimmer mit gemütlicher, dunkler Einrichtung. Das zweite Zimmer war eine Bibliothek, stellte sie fest, als sie das Zimmer betraten.
   Sie sah sich in dem Raum um. An jeder Wand des Zimmers ragten Regale vom Boden bis zur Decke auf. Vor einem der zwei Fenster stand ein schmaler Sekretär und vor dem anderen eine kleine Sitzgruppe, die zum Verweilen einlud.
   Warum brachte er sie nun in eine Bibliothek? Jeanne wusste nun endgültig nicht mehr weiter. Sie sah ihm nach, wie er auf eines der Regale zuging und dort einen Stapel Bücher hervorzog. Diese legte er sorgfältig neben sich auf dem Boden ab.
   Entschlossen setzte sie sich in Bewegung. Sie musste mit ihm reden. Besser jetzt als später. Auch wenn es sie einiges an Mut kostete. Als sie schließlich vor ihm stand, kam sie sich schrecklich klein vor, und als sie seinen Blick spürte, fühlte sie sich wie ein Kaninchen, das es wagte, sich mit einem Wolf anzulegen. Fakt war, sie ging ihm nur knapp bis zur Schulter und so musste sie den Kopf in den Nacken legen, um ihn anzusprechen. »Monsieur, Ihr …« Sie sprach den Satz nicht zu Ende. Ihr Blick wanderte zu seinen Lippen, deren sinnlicher Schwung nicht zu dem harten, grausamen Zug um seine Mundwinkel passen wollte. Sie wollte es schon wieder tun! Ihn küssen, seine Zunge spüren und sich mit ihm forttragen lassen.
   Er rührte sich nicht, drohte ihr aber auch nicht wieder. Jeanne hielt das für ein gutes Zeichen.
   Sie sah sich um, und als ihr Blick auf die Sitzecke fiel, hatte sie eine Idee. Vor einem der Sessel stand ein kleines Höckerchen, das genau die Höhe haben könnte, mit der sie hoffentlich ihre Größendifferenz würde ausgleichen können. Für ein ernstes Gespräch war es immer gut, auf gleicher Augenhöhe zu sein. Sie stellte das gepolsterte kleine Möbelstück vor seinen Stiefeln ab, kletterte mit nackten Füßen darauf und schwankte ein wenig auf dem weichen Polster. Schließlich stand sie ihm Auge um Auge gegenüber. Sie beschloss, es mal mit einer höflichen Frage zu versuchen. »Monsieur?«
   »Honigkäfer?« Seine Stimme war dunkel, warm und immer wieder sah er auf ihre Lippen, als könnte er sich von ihnen nicht losreißen.
   »Was soll ich in diesem Haus? Warum habt Ihr mich entführt?«
   Wieder keine Regung in seinem Gesicht. Sie betrachtete ihn, benetzte ihre Unterlippe und wollte das Pochen darin ignorieren. Sie wünschte sich nichts mehr, als ihn zu küssen. Ihn tief in ihrem Mund zu spüren, und im Gegen-zug den seinen mit allen Sinnen zu erkunden. Vorsichtig kam sie näher und spürte seinen Atem an ihrem Gesicht. Sie sollte das nicht tun. Wirklich nicht.
   Der Zug um seinen Mund wurde weicher. Sie kam noch ein bisschen näher und er wich nicht zurück. Fast berührten sich ihre Lippen und immer noch war Jeanne unsicher, ob er sie nicht doch gleich wieder in den Kerker werfen würde.
   Sein Mund öffnete sich leicht und Jeanne konnte nicht anders. Sie seufzte leise, weil sie es kaum erwarten konnte. Mit der Zunge berührte sie seine Unterlippe, legte den Kopf schief und schloss ihre Lippen über seinen. Sein Mund öffnete sich noch mehr und sie nahm diese stumme Einladung an. Ihre Zunge wand sich um seine, immer wieder umkreiste sie sie und in ihrem Bauch flatterte etwas. Sie schwankte und endlich umfasste er ihre Taille. Seine starken Hände gaben ihr Halt. Ihr Kuss wurde tiefer, inniger und verlangender. Seine Finger streichelten ihren Rücken, vergruben sich in ihren Haaren, und als sie seine Zunge erneut mit ihrer neckte, stöhnte er leidenschaftlich auf.
   Ihre Lippen lösten sich voneinander und sie holten keuchend Luft. Seine Hand glitt zu ihrem Nacken und sie hatte kaum genug Atem geholt, da zog er ihren Kopf wieder zu sich. Sie küssten sich lang und tief, bis sie erneut nach Luft schnappen mussten. Jeanne atmete stoßweise und ihre Küsse wurden kürzer, feuchter und hitziger. Das Geräusch ihrer Lippen, wenn sie sich immer wieder feucht voneinander lösten, brachte das Feuer in ihrem Inneren zum Lodern. Sie schlang die Arme um seinen Nacken und presste sich an ihn. Er streichelte ihren Rücken hinunter, zog sie an sich, doch dann war er es, der das Tempo drosselte. Seine Finger legten sich um ihr Gesicht, er hielt ihren Kopf und dirigierte ihn. Zärtlich begann er, an ihrer vollen Unterlippe zu knabbern. Jeanne seufzte leise. Seine Zunge lockte ihre und sie kam ihm entgegen. Unendlich langsam wanden sie sich umeinander, und als ihre Lippen schließlich wieder auf seinen lagen, stöhnten sie.
   Er löste sich von ihr. Sein Gesicht zeigte Entschlossenheit und sie sah, dass er es sich verbot, seinen Blick erneut zu ihren Lippen wandern zu lassen.
   »Du kannst mir helfen.« Er griff unter ihre Achseln und hob sie von ihrem Höckerchen herunter.
   »Ich will ein paar Bücher hier aus der Bibliothek gegen ein paar aus dem großen Wohnzimmer austauschen.« Er ging zu einem der Regale an der linken Wand und drehte sich zu ihr.
   Jeanne sah die übergroße Beule in seiner Hose, seine immer noch sinnlich geröteten Lippen und die etwas glasigen Augen.
   »Diese Bücher kommen in das Wohnzimmer.« Er deutete auf die vielen Fächer, als wäre das Erklärung genug. Ohne sie weiter zu beachten, griff er sich einen ziemlich großen Stapel und trug ihn scheinbar mühelos vor sich her.
   Jeanne stürzte zu dem Regal, sammelte so viele Bücher, wie sie eben tragen konnte, und bemühte sich, ihm zu folgen. Es ging in das Zimmer nebenan, in dem Couchs um einen großen Kamin standen. An der anderen Kopfseite befand sich eine Wand, die bis zur Decke mit Bücherregalen bestückt war.
   »Diese hier kommen in die Bibliothek.« Er deutete auf die Stapel vor dem Regal.
   »Alle?« Jeanne, die bereits außer Atem war, sah entsetzt darauf.
   Er warf ihr einen vielsagenden Blick zu, zog ein ganzes Bataillon Bücher mühelos auf seinen Arm und machte sich auf den Weg zurück in die Bibliothek. Jeanne setzte den Stapel Bücher vor dem Regal ab, griff nach ein paar Exemplaren aus dem Regal und folgte ihm.
   Leider hatte sie nicht damit gerechnet, wie lange es dauern würde und wie schwer die Bücher wurden, je mehr von ihnen sie geschleppt hatte. Der Nachmittag verstrich, es wurde Abend und Jeanne wurde so müde, dass sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Ihre Arme waren fast taub und ihr Körper schmerzte. Auf einmal stolperte sie auf dem kurzen Stück Flur, das die Zimmer verband, und ließ die Bücher fallen. Mit einem Poltern landeten sie auf dem Fußboden. Jeanne verfluchte leise den zu langen, störenden Saum ihres Kleides. Sofort erschien seine große Gestalt im Türrahmen des Wohnzimmers. Sie hatte es geschafft, ihr Gleichgewicht zu halten und nicht zu stürzen, doch ihre Knie zitterten vor Schreck so stark, dass sie sich kaum zu bewegen traute.
   »Komm her.«
   Sie wollte sich bücken, um zuerst die Bücher aufzusammeln.
   »Nein.« Der Tonfall seiner Stimme duldete keinen Wi-derspruch. Unsicher, was sie nun erwartete, ging sie zu ihm hinüber.
   Er bedeutete ihr, ihm in das Wohnzimmer zu folgen und ging zu dem breiten steinernen Kamin, dessen fratzenartige Figuren über dem Sims sie im Schein des flackernden Feuers wie lebendig anzustarren schienen. Dort deutete er auf eine breite Couch, auf der ein paar kleine Kissen dekoriert waren. »Du kannst dich hier hinsetzen.«
   Zögerlich ging sie auf ihn zu. Würde er sie nicht zurück in dieses grässliche Gefängnis bringen? Oder sollte sie vielleicht warten, damit er seine Arbeit beenden und sie danach zurück in ihre Zelle schleppen konnte? Langsam nahm sie Platz. Die Kissen waren herrlich weich und das Möbelstück einladend gepolstert. Ohne ein weiteres Wort machte er sich wieder an die Arbeit. Zuerst beobachtete sie ihn dabei, aber ihr Kopf wurde immer schwerer und sie rutschte tiefer in die Kissen. Ehe sie sich versah, war sie eingeschlafen.

Das knisternde Prasseln eines Holzscheits weckte Jeanne. Sie öffnete die Augen nur einen Spaltbreit, sah in das große Feuer im Kamin und spürte sofort die Wärme an ihrem Gesicht. Jeanne lag immer noch zusammengerollt auf der Couch und musste offensichtlich eingeschlafen sein.
   Sie spürte die Berührung an ihrem Kopf, eine Hand, die durch ihr Haar strich, immer und immer wieder und doch so sanft, dass sie davon nicht aufgewacht war. Ein großer Schatten ragte neben ihr auf. Hatte er seine Arbeit beendet und sich einfach neben sie gesetzt?
   Sie blinzelte zu ihm hoch und sah, dass er ein Buch las. Er hatte es locker auf seinen Knien abgelegt, blätterte die Seiten mit seiner linken Hand, während seine rechte an ihrem Kopf lag. Sein Streicheln war beruhigend und zart. Es wunderte sie nicht, dass sie so lange geschlafen hatte. Es mussten einige Stunden gewesen sein, denn als sie sich gesetzt hatte, war es noch hell gewesen und nun erhellte nur noch das Licht der Flammen den Raum. Sie bewegte sich vorsichtig, gähnte verstohlen, und sobald er es bemerkte, zog er schnell seine Hand weg. Jeanne rieb sich die Augen und gähnte erneut.
   »Es ist spät«, sagte er und legte ein Lesezeichen zwischen die aufgeblätterten Seiten.
   Sie seufzte, strich sich eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht und rollte sich noch mehr zusammen. Es graute ihr vor dem Gedanken, nun wieder in diese feuchte, kalte Zelle zu müssen. Er klappte das Buch zu, legte es ordentlich zur Seite und stand auf. Jeanne blinzelte zu ihm hoch. Sie wollte nicht wieder zurück auf dieses harte Stroh!
   »Kann ich hier schlafen?«
   »Ganz gewiss nicht.« Er lächelte amüsiert.
   »Aber die Fenster sind vergittert.« Sie stand auf, strich ihr Kleid glatt und deutete auf die beiden großen Fenster. »Wenn Ihr die Tür abschließt, kann ich nicht fliehen.«
   »Welche Tür genau soll ich abschließen?«
   Sie stutzte. Erst dann sah sie, dass die Bibliothek keine Tür besaß. Sie seufzte zerknirscht.
   Als er sich nicht rührte, blickte sie zu ihm hoch. Sein Blick ruhte immer noch auf ihr, doch seine Haltung hatte sich verändert. Er hatte sich zu voller Größe aufgerichtet und seine Haare nach hinten gestrichen. Seine Augen schimmerten im Dämmerlicht des Kamins fast schwarz. Er war so attraktiv, dass Jeanne nicht mehr wegsehen konnte. »Bitte, ich möchte nicht mehr im Kerker schlafen müssen.«
   »Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünschst.« Er schob ihr das Haar über die Schulter, beugte sich zu ihr herunter und seine Lippen berührten ihren Hals. Es fühlte sich fast an wie ein zarter Kuss. »Manchmal geht davon mehr in Erfüllung, als dir lieb ist.«
   Jeanne jagte bei dem Gedanken daran ein heißes Prickeln durch den Körper. Ihre Brustwarzen zogen sich zusammen und richteten sich auf. Als hätte er ihre Reaktion gespürt, ließ er seine freie Hand spielerisch zu ihrem Busen hinaufgleiten. Er fand eine der hoch aufgerichteten Knospen und streichelte sie. Seine Fingerkuppe rieb darüber, reizte sie und Jeanne biss sich auf die Unterlippe, um nicht zu stöhnen. Der Stoff des Kleides spannte hart um ihren Busen und Jeanne fühlte, wie ihre Rundungen noch mehr aus dem Ausschnitt quollen, als sie tief Luft holte.
   Er widmete sich der anderen Brustwarze, während seine Lippen noch an ihrem Hals lagen. Sie spürte seinen warmen Atem bis auf ihrem Schlüsselbein. Jeanne wollte nicht stöhnen. Sie versuchte mit allen Mitteln, es zu verhindern, doch trotzdem löste sich ein leises Seufzen aus ihrer Kehle. Nun umfasste er ihre linke Brust mit der ganzen Hand, während sein Daumen immer noch die Brustwarze massierte. Sie spürte seine Erregung und es fachte ihre aufkeimende Lust noch weiter an.
   »Dieses unterdrückte Stöhnen hat mir gefallen.« Seine Lippen lagen jetzt zart über ihrer Ohrmuschel. Wieder jagte ihr ein heißer Schauder durch den Körper. »Wollen wir wetten, dass das noch etwas lauter geht?« Er drehte sie um und sie spürte seine Erektion hart an ihrem Po.
   Geschickt löste er die Bänder an ihrem Ausschnitt und befreite ihre Brüste. Er nahm eine der kleinen Knospen zwischen Daumen und Zeigefinger und drehte sie. Jeanne bog den Kopf zurück und presste sich ungewollt noch enger an ihn. Was tat er da? Der sanfte Schmerz bündelte sich zu einer Lust, die alle ihre Sinne betörte. Sie spürte den zarten Druck seiner Fingernägel und hätte am liebsten aufgeschrien vor Verlangen.
   Seine Rechte strich ihr Kleid hinunter, bis sie auf ihrem Venushügel zu liegen kam. Jeanne konnte jeden Finger durch den Stoff des Kleides spüren. Er glitt ein wenig tiefer zwischen ihre Beine und fand ihren empfindsamsten Punkt. Sie schloss die Augen, als eine neue Art von Lust durch ihren Körper strömte. Langsam bewegte er den Finger, zog kleine Kreise und verstärkte den Druck. Mit der Linken massierte er immer noch ihren Busen. Als sich Jeanne dem Rhythmus seiner Bewegungen anpasste, spürte sie wieder, wie sich sein Penis aufbäumte. Wie es sich wohl anfühlen würde, ihn tief in sich zu spüren? Diese Lust an ihm zu stillen? Erschrocken riss sie die Augen auf. Das hatte sie sich nicht wirklich vorgestellt?
   Sie kam nicht dazu, weiter nachzudenken. Er griff in den Stoff ihres Kleids, schob es hoch und tastete nach ihrer nackten Scham. Sie spürte ihre Feuchtigkeit und wie sein Finger wie von selbst ein Stückchen in sie hineinglitt.
   Ein Seufzen löste sich aus ihrer Kehle. Sie war nicht unerfahren, doch so hatte sie ihre heimliche Liebschaft mit Pierre nie erregt. Sie war kurz davor, vor Lust zu platzen.
   Zwei Finger drangen tief in sie ein, während sie sich lustverloren an seiner warmen Handinnenfläche rieb. Sie war kurz vor einem Höhepunkt, als er innehielt.
   »Zieh das Kleid aus.«
   Jeanne gehorchte. Sie zog sich das Kleid über den Kopf und wartete. Als sie es hinter sich rascheln hörte, drehte sie sich neugierig um.
   Auf dem Boden neben der kleinen Couch hatte er eine Decke ausgebreitet. Die Hitze des Kamins ließ die Luft um sie herum flirren.
   Er schüttelte sich gerade die Hose von den Füßen und streckte die Hand nach ihr aus. Sein Körper war muskulös und schön, die Brust breit und wohlgeformt.
   Als er sie an sich zog und ihre nackte Haut an seiner lag, stöhnten sie auf. Er küsste sie zärtlich, dann zog er sie mit sich hinab auf die Decke.
   Er spreizte ihre Beine und drängte sich dazwischen. Langsam senkte er den Kopf, küsste ihren Bauch. Er wanderte herauf bis zu ihren Brüsten, knabberte an den Brustwarzen und umfasste die weichen Rundungen mit den Händen. Schließlich legte er sich auf sie. Er stützte die Unterarme neben ihren Schultern ab und sah auf ihren Mund. Ohne es kontrollieren zu können, benetzte Jeanne die Lippen, weil sie pochten. Er griff unter ihr linkes Knie. Sie verstand, schlang die Beine um seine Hüften und überkreuzte sie über seinem Rücken. Seine große Eichel fand die richtige Position und er drängte sich an ihre Scheide, nur um das Feuer noch weiter anzufachen. Jeanne seufzte, als alles in ihr zu lodern begann. Er hielt die Position, den Blick unverwandt auf ihren Lippen.
   Jeanne hob die Arme, griff in seine weichen Haare und zog sein Gesicht zu sich herunter. Seine Lippen waren geöffnet und in dem Moment, in dem ihre Zungen einander erneut berührten, drang er tief in sie ein. Sie stöhnten. Jeanne riss den Mund von seinem, um nach Luft zu schnappen. Er zog sich so weit zurück, dass nur noch seine Spitze sie dehnte.
   Sie sah auf seine Lippen, wollte, dass er es noch einmal tat. Immer und immer wieder. »Komm«, wisperte sie.
   Er senkte seinen Mund auf ihren, drang dabei leidenschaftlich in sie ein und ihre Zungen wirbelten umeinander. Sie schlang ihre Beine noch enger um seine Mitte, klammerte sich regelrecht an ihn. Nur mit etwas Mühe schaffte er es, sich zurückzuziehen. Abermals verharrte er in der Position äußerster Spannung und ließ sein Becken leicht kreisen. Immer wieder dehnte er sie auf fast unerträglich lustvolle Weise.
   Sie schloss die Augen, leckte sich die prickelnden Lippen und erstickte kleine Schreie lösten sich aus ihrer Kehle, als er wieder und wieder ein winziges Stück in sie eindrang. Sie tastete nach ihm, strich über seinen Mund, und als sie die Spitze seiner Zunge fühlte, stöhnte sie erneut. Er leckte ihren Finger entlang und in ihrem Bauch sprühten tausend Funken. Sie griff in seine Haare, bereit, ihn zu sich zu ziehen und öffnete die Augen. Ihre Blicke trafen sich. Die Augen ihres Gegenübers waren fast dunkelgrün geworden und aus ihnen war jegliche Härte gewichen.
   »Honigkäfer.« Seine Stimme war heiser und dunkel vor Lust.
   Sie zog ihn zu sich herab, seine Zunge glitt in ihren Mund und endlich senkte er sein Becken. Jeanne schrie erstickt auf. Er stöhnte gequält, sodass sie es fast nicht ertragen konnte.
   »Weiter.« Ihre Atmung wurde zunehmend schneller. Seine Lippen lagen an ihrer Wange und sein heißer Atem strich über ihr Gesicht. Sie suchte seinen Mund, während er mit langen Stößen ausholte. Das Feuer in ihr loderte höher. Er machte weiter, verkürzte die Länge der Stöße, bis er sich kaum noch von ihr entfernte. Stattdessen rieb er seinen harten Körper an ihr, und sein Schwanz füllte sie aus. Jeanne krallte die Nägel in seinen Rücken, als die Flammen noch höher wurden, sie vor sich hertrieben, einen Gipfel hinauf, dessen Spitze sie so sehr zu überqueren wünschte. Er keuchte. Seine Stöße wurden länger, härter und schneller. Etwas in ihr brach und sie hatte einen Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gab. Jeanne schrie, ohne dass sie noch darüber nachdenken konnte. Er knurrte, doch auch seine Stimme ging in einen dunklen heiseren Schrei über. Sie kam ihm entgegen, heiß und feucht. Die Flammen der Lust brannten in ihr, verzehrten sie und schlugen über ihr zusammen. Jeanne bog schreiend den Rücken durch. Er presste seine Lippen an ihren Hals, bis er den Kopf hob und laut stöhnte. Heiß schoss es in sie hinein, während sein Schwanz in ihr zuckte und Wellen der Lust ihren Körper erzittern ließen. Er bebte über ihr, zitterte und presste sich weiterhin hart in sie hinein. Sie  hielt seinen Kopf, der in ihre Halsbeuge gesunken war. Er atmete schwer und sein großer Körper drohte fast, sie zu erdrücken.
   Er hob etwas den Kopf, strich mit geöffneten Lippen ihren Hals herauf, bis er ihren Mund gefunden hatte. Sein Kuss war träge, zärtlich und langsam. Sie fuhr durch seine glatten schwarzen Haare, die im Nacken etwas feucht geworden waren, und eroberte mit der Zunge seinen Mund.
   Er seufzte. Dann löste er sich von ihr, hob den Kopf und sah sie an. »Jetzt wundert es mich nicht, dass du keine Jungfrau mehr warst.«
   Sie erstarrte und ihre Wangen begannen zu brennen. »Pardon, Monsieur?« Ganz gewiss würde sie ihm nichts von Pierre erzählen. Sie hatte niemandem von ihm erzählt. Sie bereute die Geschichte mit Pierre, aber auch das ging ihn nichts an.
   Es sah so aus, als wollte er etwas erwidern, doch dann hielt er inne. Sein Blick war plötzlich abweisend. »Zeit zu schlafen.« Er richtete sich auf und sah sie auffordernd an. »Zieh dir dein Kleid über.« Er kam auf die Füße und griff nach seinen Hosen.
   Sie konnte sich nicht rühren. Erst schlief er leidenschaftlich mit ihr und nun tat er so, als wären sie sich nie zuvor begegnet? Nun sollte sie zurück in die Zelle. »Bitte, Monsieur. Der Kerker ist so kalt.« Wenn nichts mehr half, würde sie ihn anflehen und betteln. Diese grausige Gefängniszelle machte ihr Angst. Nie wieder wollte sie dorthin zurück. »Ich laufe nicht weg, versprochen!«
   Mittlerweile war er wieder vollständig bekleidet. Er sah auf sie herunter und Jeanne hätte schwören können, dass in ihm gerade zwei Parteien um die Oberhand kämpften. Er schluckte verkrampft und schob ihr das Kleid mit der Spitze seines Stiefels zu. »Zieh dich an.«
   »Bitte!« Sie griff fahrig nach dem Stoff. »Nicht zurück in den Kerker.«
   Er erwiderte nichts. Die Muskeln an seinem Hals arbeiteten angespannt.
   »Was habe ich denn getan?« Ihre Augen füllten sich mit Tränen. »Ich wollte einfach nur zu Verwandten nach Cassis! Ich habe noch nie jemandem unrecht getan. Warum behandelt Ihr mich so?« Sie zerrte sich das Kleid über den Kopf. »Bin ich ein Monster, das man einsperren muss?« Sie schniefte, als sie die Bänder zu einer Schleife formte. »Dann wäre ich lieber tot!«
   Er beugte sich zu ihr hinunter und nahm sie hoch, als hätte sie das Gewicht einer Feder. Sie lehnte sich automatisch an seine Brust, atmete den Geruch seiner Haut ein und ihr Bauch krampfte sich zusammen, als sie daran denken musste, dass er sie gleich wieder absetzen und zurück in ihr Gefängnis befördern würde. »Ich will nicht mehr dorthin!«
   Im ersten Moment realisierte sie nicht, dass er die Treppen hinaufstieg, die gewiss nicht zu dem Verlies auf dem Hof führen würden. Als sie diesen Umstand bemerkte, traute sie sich kaum noch, zu atmen.
   Oben angekommen trat er auf die breite Galerie, bis er eine Tür, die gegenüber der Treppe lag, mit dem Fuß anstupste und sie knarrend aufschwang. Jeanne sah das Interieur des Zimmers, denn das helle Licht des Mondes fiel durch ein breites Fenster. Es war wie für eine Dame eingerichtet, mit hellen, matt glänzenden Möbeln, einem Frisiertisch und einem unglaublich großen Himmelbett, dessen Vorhangstoff aus feinster Spitze zu bestehen schien. Die Decken sahen aus wie frisch bezogen und die großen, weichen Kopfkissen wirkten sehr einladend. Jeanne war immer noch zu überrascht, um etwas zu sagen, als er sie vorsichtig auf dem Bett absetzte, die Decken zurückschlug und sie dann sanft in die Kissen drückte, obwohl sie immer noch ihr Kleid trug.
   »Du kannst hier schlafen.«
   Jeanne betrachtete den Raum erneut. Das Zimmer war wunderschön eingerichtet, doch etwas Gespenstisches ging von ihm aus. Der Raum wirkte noch unheimlicher als die pechschwarze Zelle. Jeanne konnte nicht sagen, warum, doch ein eisiger Schauder jagte ihre Wirbelsäule hinab.
   Er wandte sich zum Gehen.
   »Monsieur!« Jeanne setzte sich in den weichen Decken auf, hin- und hergerissen, ihm zu sagen, was sie hier spürte und die Gefahr abzuwägen, dass er sie wieder in diese Zelle schleifen könnte.
   Er blieb stehen und sah sich zu ihr um.
   »Bitte geht nicht!«
   Er schüttelte stumm den Kopf und wollte weitergehen.
   »Monsieur, bitte!«
   Er zögerte immer noch, dann straffte er entschlossen die Schultern. »Nein. Auf keinen Fall.«
   »Bitte!«
   Er fluchte in einer seltsam klingenden Sprache, die sie nicht verstand, kam wieder zu ihr herüber und setzte sich an das Fußende des Bettes. Sein Gesicht wirkte hart und unnachgiebig, sodass sie sich nicht traute, ihn noch mal anzusprechen.
   Unter den Decken schlüpfte sie aus ihrem Kleid und schob es den Rand hinunter, bis es mit einem leisen Ra-scheln auf den Boden fiel. Er blickte darauf, rührte sich aber nicht. Sie hörte die rhythmischen Geräusche seines Atems, und obwohl er ein ganzes Stück von ihr entfernt auf dem Bett saß, fühlte sie sich sicherer als allein in diesem fremden Zimmer. Es war schwer zu beschreiben, doch in dem eigentlich wohnlichen und luxuriös eingerichteten Raum herrschte eine kalte, unheilvolle Atmosphäre. Sie beschloss, so lange wie möglich wach zu bleiben.
   Irgendwann jedoch war sie so müde, dass sie die Augen nicht länger offen halten konnte.

Jeanne glitt hinüber in einen Traum und fand sich in dem Zimmer wieder, in dessen Bett sie schlief. Plötzlich erschienen Gestalten, zunächst nur wie Schatten ihrer selbst, konturenlose Wesen und verschwommen wie in einem Nebel. Langsam manifestierten sie sich. Es waren alles junge Frauen, etwa in ihrem Alter, doch ihre Körper waren misshandelt und ihre Augen leer und tot. Sie alle starrten sie an, stumm und fast anklagend. Es wurden immer mehr von ihnen!
   Sie schrie, erwachte aus dem Traum und saß kerzengerade und zitternd zugleich im Bett. Tränen rannen heiß über ihre Wange und sie begann zu schluchzen.
   »Honigkäfer?« Sie hörte seine Stimme neben sich, fühlte seine Arme, die sich um sie legten und an sich zogen.
   »Da waren schreckliche Gestalten. Sie haben mich angesehen und sie alle waren grausam zugerichtet!«
   »Es war nur ein Traum.« Seine Stimme klang sanft, aber bestimmt.
   »Wie sie aussahen! Und ihre Blicke aus diesen toten Augen. Sie haben mich angesehen, fast so, als wollten sie mir etwas sagen!«
   »Unsinn.«
   Jeanne spürte deutlich, dass er sich unwohl fühlte. »Bitte!« Sie hob einladend die Decke an, damit er darunterschlüpfen konnte.
   Er zögerte noch einen Moment, doch schließlich löste er sich von ihr. Sie hörte, wie er die Stiefel auszog, seine Kleider abstreifte und unter die Decke kroch. Sie seufzte zufrieden, als sich sein warmer, nackter Körper an sie drängte. Er zog sie noch näher zu sich, das Gesicht an ihrem Nacken und einen Arm schützend um sie gelegt. Als er ihre Brüste streifte, wurde er hinter ihr sofort hart. Doch es passierte nichts. Sein Atem strich über ihren Hals, er hielt sie fest und irgendwann war die Härte aus seinem Schwanz gewichen. Seine Lippen lagen leicht an ihrem Nacken, wie in einem nicht enden wollenden Kuss. Sie sank in einen traumlosen Schlaf.

Als sie die Augen wieder aufschlug, war es draußen bereits dämmrig. Ein paar vereinzelte Vögel sangen zwar schon ihr Morgenlied, doch ein matter Mond war noch am Himmel zu erkennen. Ein Arm lag unter ihrem Kopf und sie drehte sich, um einen scheuen, aber ungestörten Blick auf dessen Besitzer werfen zu können. Dieser lag mit leicht geöffneten Lippen entspannt auf dem Rücken. Er schien fest zu schlafen. Die Decke hatte er sich bis auf die Hüften hinuntergeschoben und seine breite nackte Brust hob und senkte sich in einem langsamen Rhythmus.
   Jeanne betrachtete sein gut geschnittenes Profil, die gerade, aristokratische Nase, die verführerischen Kurven seiner Lippen und den arroganten Schwung seines Kinns. Seine pechschwarzen Haare lagen glatt und glänzend um sein Gesicht. Der Arm, auf dem ihr Kopf ruhte, war lang und sie spürte die sehnigen Muskeln an ihrer Wange. Vorsichtig rückte sie noch ein Stückchen näher, hinauf zu seiner Schulter und legte langsam den Kopf dort ab. Wieder sah sie ihn an. Er gefiel ihr, nein, eigentlich war sie sich sicher, noch nie jemanden so attraktiv gefunden zu haben wie ihn. Sie erinnerte sich, wie sehr sie ihn angestarrt hatte, als sie ihn das erste Mal wirklich gesehen hatte. Wie seine Augen fast bewundernd auf ihrem Gesicht geruht hatten. Sie schätzte, dass er Ende zwanzig sein musste, vielleicht zwölf oder dreizehn Jahre älter als sie. Obwohl seine Haut noch faltenfrei, ja fast makellos schien, kam er ihr unendlich viel älter vor, wenn er sie mit diesen harten grünen Augen ansah.
   Sie sah auf die helle, nur leicht gebräunte Haut seiner Brust und sie musste ihn einfach anfassen. Ihr Zeigefinger malte einen zarten Kreis um eine Brustwarze, als seine freie Hand hochschnellte, zielsicher nach ihrem Handgelenk griff und so fest zudrückte, dass sie meinte, es müsste jeden Moment zerbrechen.
   »Au!« Tränen schossen ihr vor Schmerz in die Augen.
   Er öffnete die Lider. Sofort ließ er ihr Handgelenk los, doch sein Blick war immer noch schlaftrunken. »Honigkäfer?«
   Sein überraschter Gesichtsausdruck sprach Bände. Er hatte offensichtlich völlig vergessen, wo er war. Sie rieb das schmerzende Handgelenk über das Laken, doch er tastete vorsichtig danach und hauchte einen Kuss auf die geprellte Haut.
   »Wenn ich schlafe …« Er brach ab und sein Gesicht verfinsterte sich. »Das war leichtsinnig!«
   Sie nickte und eine Träne quoll aus ihrem rechten Auge.
   »Was hattest du denn vor?« Seine Stimme wurde weich bei ihrem Anblick.
   Wieder hob sie den Finger, beobachtete ihn aber dabei, um eine erneute Abwehr kommen zu sehen. Sie strich noch mal zart über seine Haut, umkreiste die Brustwarze und verharrte mit sanftem Druck auf der rosigen Spitze. Er rührte sich nicht. Sie wollte den Finger wieder sinken lassen.
   »Nicht.«
   Jeanne hielt überrascht inne und berührte erneut die kleine Spitze. Sie strich mit der Fingerkuppe über die Haut und verharrte wieder auf ihrer Mitte. Er seufzte kaum hörbar. Sie krümmte den Finger leicht und ihr Nagel reizte die Spitze, bis sie hart wurde. Er benetzte seine Unterlippe, während er die Augen schloss. Jeanne kam noch näher, senkte dann den Kopf und sog die kleine Spitze zwischen ihre Lippen und umkreiste sie mit der Zunge. Als sie begann, ihre Zähne zu benutzen, stöhnte er.
   »Komm her …«
   Er zog sie auf sich, ihre Brüste drückten gegen seinen harten Oberkörper und sein Mund suchte gierig nach ihrem. Der Kuss war leidenschaftlich und voller Begehren. Hitzig griff er in ihre Haare, dirigierte ihren Kopf und küsste ihren Mund, ihre Wangen und ihr Kinn. Er keuchte. Etwas an ihrem Oberschenkel wurde immer wärmer und es schien auch sekündlich an Größe zu gewinnen. Sie spreizte die Beine und spürte ihn heiß an der Innenseite ihrer Schenkel. Sie bewegte ihr Becken. Er riss den Kopf zur Seite und gab ein ersticktes Geräusch von sich, als sein Schwanz sich an ihre weiche, feuchte Mitte schob. Sie verharrte einen Moment, betrachtete sein schönes Profil und den Ausdruck unbändiger Lust darauf, und rutschte noch etwas tiefer. Seine harte Spitze schob sich ein Stückchen in sie hinein.
   »O Honigkäfer …«
   Sie drückte sich etwas weiter hoch, um ihn noch besser betrachten zu können. Seine Augen waren geschlossen, den Kopf hatte er in das Kissen gedrückt. Die Muskeln an seinem Hals traten deutlich hervor und sein Atem ging schnell. Langsam ließ sie sich immer weiter auf ihn sinken. Er keuchte erneut und seine Lippen öffneten sich wie in einem stummen Schrei. Er bog sich ihr fast bittend entgegen.
   »Reite mich.« Seine Stimme war kaum mehr als ein heiseres Flüstern. »Reite mich!«
   Jeanne überlegte, weil sie diesen Ausdruck nicht kannte, und folgte einfach ihrem Instinkt. Er stöhnte rau, als sie sich bis zur Wurzel auf seinen Schwanz sinken ließ. Sie schob sich hoch und winkelte die Beine an, sodass sie sich auf den Knien aufstützen konnte. Rhythmisch begann sie, ihr Becken auf und ab zu bewegen. Er hob ihr seine Hüfte entgegen und Fleisch klatschte laut an Fleisch. Ein Geräusch, das ihn noch mehr zu erregen schien. Sein Schwanz rieb sich in ihr und alles in Jeannes Unterleib wurde warm und schwer. Ihr Takt wurde noch schneller. Es schmatzte, als sie sich immer wieder auf ihn sinken ließ und sein Schwanz schien noch weiter anzuschwellen.
   »Härter.«
   Sie erfüllte ihm den Wunsch, krallte sich in seine breite Brust und ihr Ritt wurde stürmischer und schneller. Es erregte sie, ihn so tief in sich zu spüren, doch noch mehr gefiel es ihr, ihm bei seiner Lust zuzusehen. Also beobachtete sie ihn, wie er den Kopf hin und her warf, die Augen zusammenkniff und sich ein feiner Schweißfilm auf seiner Brust bildete.
   »Himmel …« Das mühsam hervorgestoßene Wort ging ein raues Stöhnen über.
   Sie griff noch fester zu und die Stellen, an denen ihre Nägel in seine Haut bohrten, röteten sich. Seine Atemzüge wurden kürzer und gepresster und wieder drückte er den Kopf mit aller Gewalt in das Kissen. Seine Hände griffen in das Bettlaken und der feine Stoff zerknitterte grausam in seinen geballten Fäusten. Sie ritt ihn in einem harten Galopp und er keuchte unter ihr. Sie genoss es, ihn so zu sehen, sein schönes Gesicht, das gerötet war vor Lust und die glänzenden Haare, die zerzaust um seinen Kopf lagen. Es war berauschend, dass sie so etwas mit ihm machen konnte, dass es ihr Körper, ihre Berührungen waren, die ihn so zum Stöhnen brachten.
   Irgendwann begann sein Schwanz, zu zucken. Ihr Griff in das harte Fleisch seiner Brust wurde noch fester, sie zog im Ritt die Haut ein Stückchen hoch und wieder warf er den Kopf zur Seite. Er murmelte etwas, doch sie verstand ihn nicht. Die Augen immer noch geschlossen, bleckte er die Zähne. Sie wurde noch schneller. Er wimmerte fast und es war ein lang gezogenes, lustgeschwängertes Geräusch. Es ging Jeanne durch und durch. Er drehte den Kopf und sah ihr ins Gesicht. Seine Iriden waren wieder dunkelgrün, die Lippen geschwollen und leicht geöffnet, während er immer wieder keuchte, wenn sie gegen ihn prallte. Jeanne betrachtete ihn, weil sie noch nie so viel ungezähmte Lust gesehen hatte. Sein fast fiebriger Blick wanderte von ihren Augen hinab zu ihrem Mund und wieder zurück. Wieder zuckte sein Schwanz in ihr.
   Er schluckte mühsam, kam ihrem wilden Galopp entgegen und sah sie dabei unverwandt an. Etwas in seinem Gesicht veränderte sich. Der Blick in seinen Augen verschwamm, schien durch sie hindurchzugehen und die Muskeln an seinem Hals traten noch deutlicher hervor. Er biss sich auf die Unterlippe, seine Kieferknochen knackten und als er die Lippen wieder freigab, glänzte dunkles Blut darauf. Er holte tief Luft, drückte den Nacken in einem grausamen Winkel durch und bog sich weit nach hinten. Sein Körper schien zu vibrieren, so tief und laut stöhnte er.
   Jeanne fühlte, wie es heiß in sie hineinschoss. Sein Schwanz zuckte immer und immer wieder. Seine Hände griffen nach ihren Hüften, pressten sie gewaltsam auf ihn. Er keuchte noch ein paar Mal, bis er plötzlich still war und den Kopf zurück in die Kissen gleiten ließ. Seine Hände glitten kraftlos von ihren Hüften und seine Augen waren fest geschlossen. Sein Schwanz pochte in ihr und Jeanne holte mühsam Luft.
   Erst jetzt, da er befriedigt war, fiel ihr auf, wie anstrengend es gewesen war. Ihr Körper war feucht von Schweiß, ihr Herz raste und sie sog gierig die frische Morgenluft in ihre Lungen. Während er immer noch schwer atmete, streichelte sie die Haut seines Oberkörpers und sah auf die dunkelroten Abdrücke ihrer Nägel. Sie schüttelte leicht ungläubig den Kopf. Als ihr Blick zu seinem Gesicht wanderte, bemerkte sie, dass er sie ansah. Die Lippen immer noch blutverschmiert, bot er einen fast erschreckenden Anblick. Doch er lächelte. Jeanne lächelte zurück und er hob die Hände, strich ihre Beine hinauf bis zu ihren Hüften und wieder zurück.
   »Hattest du mal ein Pony?«
   »Nein, Monsieur.« Sie senkte den Blick. Das, was sie gerade getan hatten, konnte man doch mit dem Reiten auf einem Pferd nicht vergleichen, auch wenn er es so genannt hatte.
   Er drückte sich aus den Kissen hoch, legte seine Arme um ihren Rücken und vergrub seinen Kopf zwischen ihren weichen Brüsten. Ihre Hände streichelten seinen Nacken und die dunklen Haare, die so tiefschwarz und glatt waren, dass Jeanne sie immer wieder ungläubig berühren musste. Er war noch immer in ihr, doch sie fühlte, wie die Härte zu schwinden begann.
   »Oh.« Er wirkte überrascht, als er den Kopf hob und das verschmierte Blut seiner Lippen auf ihren Brüsten leuchtete.
   Sie beugte sich zu ihm, während er nach seinem Mund tastete und aus einer Laune heraus, leckte sie ein wenig der roten Flüssigkeit von seiner Haut.
   »Nein!«
   Sie hörte die Warnung in seiner Stimme, doch ein Blitz jagte durch ihren Körper. Ihr wurde schwarz vor Augen und sie schwankte, doch er stützte sie an den Schultern. Ihre Lippen schmerzten und fühlten sich ganz taub an.
   »Honigkäfer?« In seiner Stimme lag echte Beunruhigung.
   »Was …?« Langsam verschwand die Schwärze vor ihren Augen wieder.
   »Es war nichts.« Die hastig hervorgestoßenen Worte standen in einem harten Kontrast zu seinem ehrlich besorgten Gesichtsausdruck. »Du kannst wohl kein Blut sehen.«
   Jeanne wusste ganz genau, dass sie noch niemals bei dem Anblick von Blut ohnmächtig geworden war. Außerdem hatte es sich nicht angefühlt wie ein Schwindel, sonder eher, als wäre sie von etwas getroffen worden, das mit brennender Kraft durch ihren Körper gerast war.
   Hastig griff er nach einem kleinen Kissen und wischte sich daran die Lippen sauber. Die Wunde hörte auf zu bluten, und noch während sie darüber nachdachte, was ihr passiert war, wischte er sich erneut über den Mund. Nun war die Wunde kaum noch auszumachen.
   »Es war nichts.« Fast nachlässig warf er das verschmierte Kissen aus dem Bett. »Nur ein kleiner Schwindel.« Seine Hand streichelte ihre Wange hinab und sein Daumen strich über ihre vollen Lippen.
   Jeanne wollte etwas erwidern, doch wenn er sie so sanft berührte, konnte sie ihm nicht widersprechen. Sie beschloss, später noch mal darüber nachzudenken, denn sie war sich sicher, dass es kein Schwindel gewesen war.
   Spielerisch stieß sie mit der Spitze ihrer Zunge gegen seinen Daumen. Sie hatte ihm zwar Lust bereitet, doch sie war immer noch leicht erregt und seine Berührungen fachten das Feuer wieder an. Ihr Becken bewegte sich, doch obwohl er immer noch in ihr war, spürte sie ihn kaum.
   »Festhalten.« Er griff um ihren Rücken und drehte sich mit ihr, ohne dass sie sich voneinander lösten. Sie schlang ihre Beine um seine Mitte, um sich festzuhalten und lachte leise, als er sie in den weichen Kissen ablegte. Sein Körper lag groß und schwer auf ihr, doch dieses Mal federte die Matratze einen großen Teil des Gewichts ab. Er betrachtete ihr Gesicht, auf dem immer noch ein Lächeln lag. Von seiner Wunde war nichts mehr zu sehen.
   Er senkte die Lippen und wartete, bis sie ihm den letzten Millimeter entgegenkam. Als sie ihre Zunge kreisen ließ, spürte sie, dass er in ihr erneut größer wurde. Sie vergrub die Hände in seinen weichen Haaren, und als er sie ansah, waren seine Augen dunkler geworden. Er schob sein Becken vor, vergrub den Kopf in ihrer Halsbeuge und sie fühlte ihn tief in sich. Er nahm sie mit schnellen Stößen.
   Sie presste sich an ihn, fühlte seinen heißen Körper an ihrer Haut und ihre Lippen berührten sein Ohr. »Macht … es langsam. Bitte. Macht es langsam.«
   Er hob den Kopf, strich ihr die Haare aus der Stirn und auf seinem Gesicht lag ein Ausdruck, den sie nicht zu deuten vermochte. Vorsichtig zog er sich ein Stückchen aus ihr zurück, nur um langsam in sie einzudringen.
   Sie seufzte, als sie die intensive Reibung fühlte, und schloss genießend die Augen. »Ja … o ja …«
   Wieder glitt er in sie hinein, füllte sie aus und zog sich fast komplett aus ihr zurück. Sie atmete keuchend aus. Er sah sie an. Sein Schwanz war groß und sie spürte ihn mit jeder Faser ihres Körpers, wenn er sich so bedächtig in sie drängte.
   Er ließ sich Zeit, fand einen gemächlichen Takt und sie wand sich unter ihm. Ihre Lippen suchten seinen Mund, ihre Zunge glitt unter seine, lockte sie und er stöhnte vor Lust.
   Jeanne bog sich ihm entgegen und wollte mit ihrem Becken seinen Rhythmus beschleunigen. Sie wollte, dass er jetzt schneller wurde, doch er tat es nicht, zögerte ihren Höhepunkt auf grausam lustvolle Weise hinaus, bis ihr Körper zitterte. Mit jedem tiefen Stoß drängte er sie unbarmherzig langsam ihren Gipfel hinauf. Er schob ihr die Hände über den Kopf und hielt sie dort mühelos fest. Sie fühlte sich ihm ausgeliefert, seinem Körper ergeben auf so köstlich herrliche Weise, spürte nur noch das heiße Prickeln zwischen ihren Schenkeln und das lodernde Feuer in ihrem Inneren. Bald war es so weit. Er schob sich immer wieder hart in sie, seine Haut prallte an ihre empfindliche Scheide und reizte ihren Lustpunkt bei jedem Stoß.
   »Mon dieu …« Sie stöhnte. Er ließ ihre Arme los, griff nach ihren Schultern und zog sie so eng an sich, dass sie sich kaum noch eine Stelle vorstellen konnte, an der sie sich nicht berührten. Immer wieder schob er sich in sie, glitt dabei ein Stück ihren Unterleib hinauf und reizte sie bis zum Äußersten. Die Muskeln seiner Arme spannten sich an und hielten sie fest, während sie an seinem Ohr keuchte. Alles in ihr zog sich zusammen, bereitete sich darauf vor, loszulassen und zu verglühen. Er stöhnte, als er den Druck ihrer inneren Muskeln auf seinem Schwanz spürte.
   »Jetzt.« Sie keuchte. »Jetzt.« Er wurde schneller, härter und sie konnte sich nicht mehr zurückhalten. Noch einmal prallte sein Körper gegen sie, glitt ein Stückchen hoch an ihr und mit aller Kraft hielt sie ihn fest, als sie explodierte und in tausend Einzelteile zerfiel. Sie hörte sich schreien, stöhnen und er hielt sie noch fester. Tief in ihr hatte er innegehalten und zuckte, während die Wellen ihrer Lust seinen Schwanz massierten. Ihr Atem ging schnell und stoßweise und sie legte eine Hand über die Augen, um einen Moment für sich zu sein.
   Jeanne rang immer noch nach Luft, als er sich aus ihr zurückzog und von ihr herunterrollte. Sie nahm die Hand von den Augen und sah, dass er neben ihr lag, sich ein paar Kissen in den Rücken gestopft hatte und mit unergründlichem Blick auf sie herunterblickte. Sein Schwanz war hart und groß und ragte zwischen seinen locker nebeneinanderliegenden, langen Beinen überdeutlich hervor. Sie sah darauf und wandte scheu die Augen ab. Jeanne drehte sich auf die Seite und schob sich die langen Haare über die Schulter. Dieses Mal hatte er sich nicht in sie ergossen.
   Er betrachtete sie, ihr Gesicht, die Brüste mit den immer noch harten Brustwarzen, ihre Taille entlang bis zu ihren Hüften und ihre Beine hinab bis zu den Fesseln, die er mit seiner Hand einfach zerbrechen könnte. Jeanne folgte seinem Blick, bis er wieder bei ihrem Gesicht angekommen war und seine Augen weiterhin vor Lust funkelten. Sie spürte eine Bewegung neben sich, sah, wie er seine rechte Hand hob und Daumen, Mittel- und Zeigefinger um seinen harten Schwanz legte. Unverwandt sah er in ihr Gesicht, während er sich massierte. Seine Bewegungen waren langsam und genussvoll.
   Jeanne richtete sich ein wenig auf und sofort glitt sein Blick zu ihren wippenden Brüsten. Sie setzte sich auf und sah ihm zu, wie er seinen Schwanz bearbeitete. Er wurde prompt etwas schneller, als er ihren interessierten Blick bemerkte. Sie streckte die Hand aus, doch ihr Blick war fragend und unsicher. Er hielt inne. Auf der Spitze seines Schwanzes glänzte bereits ein feuchter Tropfen. Er nahm ihre Finger, drückte sie um den harten Schaft und legte seine Hand über ihre.
   Gemeinsam begannen sie wieder die langsamen Auf- und Abbewegungen. Er keuchte und bestimmte den Rhythmus, während ihre warme Hand unter seiner lag und sich um die samtige Haut seines Schwanzes schloss. Seine Bewegungen wurden schneller und seine Nasenflügel blähten sich. Wieder erschien ein schimmernder Tropfen. Jeanne sah in sein Gesicht und ihre Blicke trafen sich, wanden sich umeinander. Er öffnete die Lippen, um etwas zu sagen, doch er stöhnte nur und wandte den Blick nicht von ihr. Wieder wurde er schneller und seine Finger drückten noch fester zu. Jeanne spürte warme, zähe Feuchtigkeit zwischen ihren Fingern und lauschte dem Geräusch, das die Haut seines Schwanzes erzeugte.
   Sie wollte seine Lippen küssen, schon wieder, und beugte sich etwas vor, seinem Mund langsam entgegen. Er schnaufte und keuchte und sie spürte seinen Atem an ihrem Gesicht. Zusammen massierten sie seinen Schwanz, der Rhythmus war schnell und hart geworden. Sie kam noch näher, bis sie seine Lippen berührte.
   »Warte.« Er keuchte. »Warte.«
   Sie wurden noch schneller. Ihre Lippen lagen fast unmerklich an seinen und sie hörte ihn zischend Luft holen. Noch schneller glitten ihre Hände immer wieder seinen Schwanz hinunter. Er zuckte.
   »Jetzt.« Er öffnete die Lippen leicht.
   Ihre warme Zunge glitt tief in seinen Mund, fand die seine und wand sich feucht und heiß um ihn herum. Warme Tropfen spritzten in drei, vier kurzen Abständen an ihren Körper. Er stöhnte gedehnt in ihren Mund und der Kuss schien kein Ende nehmen zu wollen. Plötzlich ließ er ihre Hand los, griff unter ihre Achseln und zog ihren Körper auf sich. Sie ließ seinen Schwanz los. Tropfen klebten an ihrer Haut, und als sie über seinen Körper glitt, verschmierten sie zu einem warmen Film. Sie spürte seinen Schwanz, der immer noch zuckte, während ihr Mund immer noch untrennbar mit seinem verschmolzen schien.
   Er küsste sie wild und leidenschaftlich, bis sie keine Luft mehr bekamen. Etwas außer Atem trennten sie ihre klebenden Körper voneinander. Sie saß rittlings über seinem mittlerweile erschlafften Schwanz, ihre Brüste waren gerötet und überall auf ihrer Mitte glänzten seine klebrigen Spuren. Er strich ihren Bauch entlang und sah in ihr Gesicht, ratlos, fragend und die Augen dunkel vor Verlangen. Sie strich mit den Fingerspitzen seine Brust hinunter bis zu den harten Muskeln an seinem Bauch. Auch seine Haut klebte an einigen Stellen, doch es störte sie nicht.
   »Hast du Familie, Honigkäfer?«, fragte er mit belegter Stimme.
   Jeanne dachte an ihre abweisende Mutter, die sich schon vor langer Zeit aufgegeben und sich in sich selbst zurückgezogen hatte und an den Stiefvater, der sie schon immer hatte loswerden wollen. Sie waren ihr schon lange keine Familie mehr gewesen. Sie hatte sich ausgestoßen und unerwünscht gefühlt. Also schüttelte sie den Kopf.
   Er nickte langsam, während er die Kissen hinter seinem Rücken hervorzog. Noch mit Jeanne über ihm ließ er sich tiefer sinken und zog sie schließlich zu sich hinunter. Er griff nach der Decke, breitete sie über ihnen aus und hielt Jeanne fest umschlungen. Sie rutschte seitlich von ihm herunter und er folgte ihrem Körper, ohne sie loszulassen. Er hielt sie fest, küsste ihren Scheitel und amtete den Duft ihrer Haut ein.
   »Schlaf noch etwas«, flüsterte er. Sie schmiegte sich an ihn und fühlte sich sicher und beschützt neben diesem großen, schweren Körper, dessen Arme sie fest umschlungen hielten. Kurz bevor sie einschlief, hörte sie ihn noch etwas murmeln, doch sie verstand ihn nicht. Sie fühlte seine Lippen an ihren Haaren, doch dann glitt sie hinüber in einen ruhigen Schlaf.

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