Seit die junge Ärztin Vanessa Carter von ihrem Lebensgefährten verlassen wurde, wünscht sie Männer zum Teufel, versinkt gleichzeitig in Liebeskummer, ist mit ihrem Sexualleben unzufrieden und quält sich zudem mit Vorwürfen, weil sie glaubt, einen Fehler bei der Behandlung eines verstorbenen Patienten gemacht zu haben. Abends im Park begegnet ihr ein geheimnisvoller Fremder. Entgegen jeglicher Vernunft geht Vanessa auf sein dreistes Angebot ein und nimmt den Unbekannten mit nach Hause, ohne zu ahnen, damit einer lauernden und tödlichen Gefahr knapp entkommen zu sein. Sie gerät in einen Strudel aus Begierde, sexuellen Höhepunkten und Vergessen. Vanessa und ihre Freundin Lauren verfallen dem Charme der Gestaltwandler Jack, Dylan und Alec, die ein unfaires Spiel mit ihnen treiben – bis Ereignisse aus der Vergangenheit die Gegenwart einholen und ein erbitterter Feind gnadenlos zuschlägt.

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Zeichen: 540.990

Printausgabe: 13,99 €

ISBN: 978-9963-722-15-0

Seiten: 336

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Leah Boysen

Die junge Amerikanerin Leah Boysen lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und vielen Haustieren in einem renovierten Bauernhof in Süddeutschland. Neben ihrer Arbeit als Pferdetrainerin malt und schreibt sie mit Leidenschaft. Sie sagt, sie sei ein Workaholic. Leah mag es knallig und verrückt und ebenso gestaltet sich ihr erstes Werk „Verbotene Begierde“. Sie und ihr Roman lassen sich in keine Schublade pressen. Paranormal trifft auf Drama, Erotik auf Abenteuer, Romantik auf Thriller. Weil sie sich nicht verbiegen wollte, musste sie lange nach einem Verlag suchen, der das Wagnis mit ihrem Roman einging.

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Leseprobe

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... oder sofort „hineinschnuppern“

Kapitel 1


»Exitus.«
   Die katastrophale Feststellung, begleitet von den schrillen Warntönen der Geräte, verfolgte Vanessa auf dem Weg aus dem OP und ließ sie nicht zur Ruhe kommen. Um die zerfetzte Halsschlagader des Mannes zu versorgen, hatten ihre Kollegen und sie in einer Notoperation ihr Bestes gegeben, dennoch war das Schlimmste eingetreten.
   Es war das erste Mal, dass sie einen Patienten verlor. Ihre Professoren hatten versucht, sie auf diesen Tag vorzubereiten, aber ihr in der Theorie erworbener Panzer hielt der Realität nicht stand.
   Exitus. Ein furchtbares Wort, eine schreckliche Konsequenz, hart und endgültig. Vanessa wischte sich mit dem Ärmel die verschwitzten Haarsträhnen aus der Stirn, atmete durch und zwang sich, die Schrecken von Kummer und Tod aus dem Bewusstsein zu verbannen, doch es wollte ihr auch während des Duschens und Umziehens nicht gelingen.
   Bedrückt schritt sie auf die Reihe der Spinde zu, den Blick starr auf den anthrazitgrauen Fußboden mit seinen unregelmäßig verteilten Flecken gerichtet, als würde ihr das Labyrinth der im Neonlicht glitzernden Kleckse einen Weg aus dem Gefühlschaos weisen. Sie fühlte sich ausgelaugt und müde, doch sie konnte noch nicht nach Hause gehen. In einer Dreiviertelstunde stand eine Betriebsratsversammlung an, sie hatte seit dem Morgen nichts gegessen und keine Lust, sich daheim eine einsame Mahlzeit zu bereiten. Vanessa schloss das Fach auf, ergriff ihre Tasche und machte sich auf den Weg zur Kantine, den Flur entlang bis in das lichtdurchflutete Atrium, in das die tief stehende Dezembersonne unbeeindruckt ihre Strahlen an Tonnen von Stahl vorbei durch eine ebensolche Menge Glas aussandte.
   Sie betrat den Aufzug. Der strenge Geruch nach Desinfektionsmitteln war hier nicht so intensiv, dafür durchzogen die Ausdünstungen dutzender Besucher die Krankenhausluft – Parfüm, Schweiß, Alkohol, Knoblauch, Zitrusduft.
   Ein verlockendes Aroma von Kiefern und anderen würzigen Hölzern stieg ihr in die Nase. Verlockend und erotisch. Sie hob den Blick und suchte nach der Quelle. Die Fahrstuhltüren öffneten sich, Leute strömten hinaus und herein und der anziehende Duft verflüchtigte sich so schnell wie das angenehme Gefühl. Der Aufzug trug sie mit einer Gruppe schweigender Menschen in die Cafeteria.
   Vanessa hoffte, in der Masse der Kollegen und Kolleginnen unterzugehen und unsichtbar zu werden. Sie wollte mit niemandem reden und erst recht nicht Brian Solengo begegnen, der ihr vor vier Monaten aus heiterem Himmel den Laufpass gegeben hatte. Er arbeitete in der Verwaltung des Hospitals, in dem sie die letzten Wochen der praktischen Ausbildung ihres Studiums absolvierte. Seit der Schule und während des Medizinstudiums am King’s College in London waren sie ein Paar gewesen. Acht lange Jahre, ein Drittel ihres Lebens.
   Vanessa hielt den Kopf gesenkt und steuerte zwischen den Tischreihen auf den Personalbereich zu. Als sie eintrat, hütete sie sich, aufzublicken und nach ihm Ausschau zu halten. Ihr Ex saß wahrscheinlich von einem halben Dutzend Verehrerinnen umringt an einem Tisch, an dem er die Aufmerksamkeit aller weiblichen Kantinenbesucher auf sich zog. Es war unerträglich, ihm täglich zu begegnen, seitdem er ihre Gefühle in Grund und Boden gestampft hatte. Das tat er noch immer, indem er sie tagtäglich mit seiner schamlosen Flirterei brüskierte.
   An einer der Glastheken ließ sie den Blick über die appetitlich angerichteten Speisen streifen und entschied sich für eine kleine Portion Spaghetti Bolognese.
   »Hallo Doktor Carter. Gehen Sie in den verdienten Feierabend?«
   Doktor Donahue, der Chefarzt der Inneren, stand neben ihr. Sie kannte den Kollegen vom Namen her, hatte jedoch nie persönlich mit ihm zu tun gehabt und wunderte sich, dass er sie ansprach. Er hatte ein sympathisches Äußeres, als Adonis war er nicht gerade zu bezeichnen, doch das kantige Kinn gab seinem Gesicht etwas Interessantes und der Rest wirkte ganz passabel. Ihr huschten ein paar Gerüchte durch den Kopf, die sie dem Getuschel einiger Krankenschwestern entnommen hatte. Donahue hatte vor einigen Jahren seine Frau auf furchtbare Weise verloren. Angeblich war sie bei einem Brand ums Leben gekommen und ihre Leiche konnte nur anhand des Gebisses identifiziert werden.
   »Doktor Donahue, wenn ich recht informiert bin?«
   »Habe die Ehre.« Er deutete eine Verbeugung an. »Darf ich Ihnen beim Essen Gesellschaft leisten?«
   Vanessa war hin- und hergerissen.
   Einerseits ersehnte sie, die Bekanntschaft eines interessanten Mannes zu machen, andererseits stand ihr nach diesem Morgen der Sinn nicht im Geringsten danach. Sie suchte nach passenden Worten, um freundlich abzulehnen, da schob sich ein Arm zwischen Donahue und sie, drängte sie zur Seite und griff nach einer Salatschüssel.
   »Nudeln machen dick. Nehmen wir den Salat?« Die drängelnde Blondine sprach mit ihrer spindeldürren Begleiterin, die sich ebenfalls vorschob und mittendrin fing Donahues Pager an zu piepsen.
   Mit bekümmertem Blick entschuldigte er sich. »Scheint so, als beginnt meine Schicht heute früher als sonst. Ich bedaure, wir sehen uns ein andermal.« Er wartete keine Erwiderung ab, drehte sich um und ging eiligen Schrittes davon.
   Im selben Moment stieß die Blonde mit ihrem Arm unter Vanessas Teller und die Spaghetti rutschten an den Rand. Vanessa zog automatisch die Hand zurück und balancierte das Gewicht aus, aber die Soße kleckerte auf ihre Brust.
   »Entschuldigung, das tut mir leid.«
   Vanessa zog ein Papiertaschentuch aus der Tasche. Das Oberteil war ruiniert, ihr Tag nicht minder, sie konnte die anstehende Versammlung vergessen, nach Hause fahren und sich in ihrem Selbstmitleid vergraben.
   Genau das wirst du nicht tun, widersprach sie sich im Geiste, warf die Haare zurück und drehte sich nach einer beschwichtigenden Geste um. Sie würde sich nicht gehen lassen. Zwischen den Umstehenden hindurch bahnte sie sich einen Weg, setzte sich an einen freien Tisch abseits der Menge und stocherte in ihrem Essen herum. Warum machte sie sich solche Vorwürfe, obwohl der beste Arzt der Welt dem Patienten nicht mehr hätte helfen können? Weshalb gestattete sie, dass das Verhalten ihres Ex ihr die Laune verdarb, sie in Trübsal tauchte und sie keinen Elan aufbringen ließ, eine neue Bekanntschaft zu suchen?

Am späten Abend fand sich Vanessa am Bootssteg des kleinen Sees inmitten des Stadtparks wieder. Es war eiskalt, ihre Finger bereits ganz steif. Viel länger konnte sie nicht unbeweglich an einer Stelle stehen, sonst würde sie festfrieren und am Morgen als Eisstatue zur allgemeinen Belustigung beitragen. Sie überlegte, in das Ruderboot zu steigen und zur Mitte des Gewässers zu rudern, um sich durch die Bewegung aufzuwärmen, ihr Selbstmitleid und ihre schlechte Laune oder sich selbst zu Grabe zu tragen, als sich warme Hände von hinten um sie schoben und ihre Augen bedeckten.
   Ein Schrei bahnte sich ihre Kehle herauf, doch es entwich ihr nur ein schwaches Stöhnen.
   »Hab keine Angst. Psst.«
   Die Stimme klang ruhig und tief, vibrierte in ihren Ohren. Ein Geruch nach Kiefernholz zog ihr in die Nase.
   »Ich tu dir nichts, okay? Also nicht in Ohnmacht fallen oder schreien.«
   Vanessas Herz raste und pochte bis in die Schläfen. Sie war nahe daran, zu hyperventilieren und zwang sich, einen klaren Kopf zu bewahren und sich zu beruhigen.
   »Was soll das? Lassen Sie mich auf der Stelle los.« Sie gab sich Mühe, ihre gesamte Energie in die Worte zu legen.
   Die Oberarme des Kerls lagen wie Schraubstöcke um ihre Schultern, seine Handflächen bedeckten noch immer ihre Augen. Bewegungsunfähig, gefangen in fleischlichen Fesseln, einem fremden Willen unterworfen, spürte sie, wie es unfreiwillig zwischen ihren Beinen zu kribbeln begann. Diese Art von Begierde war ihr unbekannt. Sie kämpfte aufsteigende Panik hinunter, wollte die Hände des Mannes fortziehen, aber ihre klammen Finger kamen gegen seine Kraft nicht an. Eine Gänsehaut kroch über ihren Körper, als seine Lippen ihr Ohrläppchen streiften und ihren Hals entlangfuhren.
   »Wer sind Sie? Was wollen Sie von mir?« Auf keinen Fall würde sie sich kampflos einem Psychopathen ausliefern. Sie prüfte, ob die Füße ihr gehorchten, um nach hinten auszutreten, doch der sanfte Druck seiner Finger auf ihrer Stirn schläferte ihr Vorhaben ein.
   »Ich will dich auf Gipfel jagen, von deren sinnlichen Höhen du bisher nicht zu träumen gewagt hast, bis die Leidenschaft dir jeden klaren Gedanken raubt und du vor Ekstase schreist, bis ich deine Hitze und Nässe ausfüllen und dich nehmen werde, sodass du danach nicht mehr laufen kannst.«
   Ihre Reaktion traf sie wie eine Handgranate, alles in ihr schien zu explodieren, zerriss ihre Gefühle für Brian, ihre Einstellung zu Liebe und Sex. Sie keuchte auf, Schauder der Erregung durchfluteten sie.
   Sie wollte es!
   »Dreh dich nicht um.«
   Der Fremde nahm die Hände von ihren Augen, sie glitten nach unten, schoben ihre Jacke beiseite, umschlossen ihren Busen. Vanessa schnappte nach Luft. Augenblicklich zogen sich ihre Brustwarzen zusammen und pressten sich durch den Pulli gegen die Handflächen, die fordernd dagegendrückten.
   »Los, gehen wir zu dir«.
   Wie in Trance ließ sie sich von dem Mann voranschieben, automatisch die Richtung ihres Zuhauses einnehmend. Sie wollte schreien und davonstürmen, doch ihre Glieder gehorchten nicht.
   »Dreh dich nicht um«, wiederholte er, wenn sie in Versuchung geriet.
   Das Unglaubliche dieser Situation, ihre Gewissheit, was zu tun sie im Begriff war, dass sie bereit war, sich diesem Unbekannten in jeglicher Hinsicht auszuliefern, nährte eine unheimliche Begierde, die ihre Lust ins Unermessliche katapultierte. Mit zitternden Fingern schloss sie die Haustür auf und wollte nach dem Lichtschalter greifen, doch der Fremde hinderte sie.
   »Kein Licht.«
   Seine Stimme hatte einen weichen, erotischen, verführerischen und hypnotisierenden Klang, sodass ihre Beine nachzugeben drohten und Vanessa wunderte sich, dass diese sie noch bis ins Schlafzimmer trugen. Das konnte nur eine Wahnvorstellung sein.

*

Die Gelegenheit, der leisen Warnung in seinem Unterbewusstsein zu gehorchen und sie gehen zu lassen, war vorüber. Er stand hinter ihr im Schlafzimmer und sein Verlangen hatte die Kontrolle übernommen. Trotz der Finsternis sah er alles, was er wollte.
   »Zieh dich aus.« Seine Stimme kratzte im Hals. Er spürte das Zittern ihres Körpers unter seinen Händen. Diese Frau ging ihm ins Blut, die übersinnliche Verbundenheit ihrer Wesen sprühte Funken in seinem Geist. Nein, in seinen Lenden. Er wollte sie, jetzt, hier, sofort und für alle Zeit.
   Vanessa regte sich nicht.
   »Ausziehen«, wiederholte er.
   Er umfuhr mit den Fingerspitzen die Konturen ihres Kinns, strich ihren schlanken Hals entlang und krallte die Faust in ihr Haar. Er zog ihren Kopf nach hinten und presste die Wange an ihr Gesicht.
   »Vertrau mir.«
   Ihr Atem beschleunigte sich, die Erregung knisterte in der Luft. Er knabberte an ihrem Ohrläppchen und pure Begierde schoss in sein Geschlecht, als sich ihr Beben auf ihn übertrug. Er streifte ihr die Jacke von den Schultern und warf sie zu Boden. Ihren zittrigen Versuch, sich umzudrehen, erstickte er im Keim, indem er seine Finger um ihre Taille legte, sie unter ihren Pulli schob und unnachgiebig ihre Arme nach oben drängte.
   »Willst du mir wohl gehorchen?«
   Wieder spielte er mit den Lippen an ihrem Ohr und genoss die Wellen ihrer Sinnlichkeit, die so leicht und natürlich auf ihn übersprangen, als wären ihre Körper füreinander geschaffen. Nie hatte ihm bereits das Vorgeplänkel derartige Freude bereitet, dass er es am liebsten bis ins Unendliche hinausgezögert und ausgekostet hätte. Er presste seinen stahlharten Schwanz an ihren Hintern und entlockte ihr ein heiseres Keuchen.
   »Raus aus den Klamotten«, forderte er sanfter.
   Leise stöhnend folgte sie seiner Aufforderung. Als sie nackt vor ihm stand, fasste er sie um die Hüften und drängte sie auf die Matratze. Ihr kurzer Widerstand erlahmte unter seiner Kraft.
   »Vorsichtig, sonst muss ich dich fesseln.« Er spürte ihren heftigen Pulsschlag an den umklammerten Handgelenken.
   »Bitte …«, wisperte Vanessa.
   »Bitte, was?«
   »Tu mir nicht weh.«

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